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Wenn Janus der zweite Vorname ist

Donald Trumps US Wahlsieg im Jahr 2016 geschah mit reichlich Getöse. Zu den lautesten Geräuschemachern gehörte das Portal Breitbart, dessen Chef Bannon mittlerweile einflussreicher Berater des amerikanischen Präsidenten geworden ist. Nicht jedem schmeckte der rechte Meinungsbrei von Breitbart. Allen voran entschied sich der Frühstücksflocken Hersteller Kellogg’s dazu, seine Werbung von der Breitbart Seite zu entfernen. Das brachte dem Unternehmen den Zorn der Breitbart Verantwortlichen ein, die ihrerseits zum Boykott von Kellogg’s aufriefen. Mittlerweile sollen es einige Hundert Unternehmen sein, die die eigene Werbung nicht auf der Breitbart Seite sehen wollen. Die Aktion schwappte natürlich auch nach Deutschland über, wo der Werbefachmann Gerald Hensel über seinen mittlerweile nicht mehr erreichbaren Blog Davaidavai zu einem ähnlichen Boykott aufrief und verschiedene in erster Linie rechte Blogs und Seiten nannte, die er gern vom Geldfluss durch Werbungabschneiden möchte. Die Werber sorgen sich also.

Zweierlei Maß
Offenbar messen die Werber und die Werbenden aber mit unterschiedlichen Maß. Denn an anderer Stelle stört es sie ganz und gar nicht, dass Werbebanner auf dubiosen oder eindeutig rechtsverletzenden Seiten erscheinen. Kaum ein illegales Filmportal auf denen einem Betrachter nicht nur Spielcasinos, Wettanbieter oder auch Browsergames deutscher Anbieter wie Innogames, Upjers, Gameforge, Goodgame Studios (allesamt Mitglieder des Verbandes BIU) entgegenlachen sondern auch Markenwerbung. Wenn Janus der zweite Vorname ist weiterlesen

„Die Google-Dämmerung“ oder „Wenn Anderen ein Licht aufgeht“

Unter den Eindrücken des jüngsten Anschlags in London im März 2016 nimmt plötzlich die Diskussion um die Verantwortlichkeiten von Werbenetzwerken im Internet drastisch zu.

Was war genau passiert?

Hassrede und extreme Propaganda sind selbstverständlich ein Teil unserer Realität und somit auch auf zahlreichen Seiten im Internet auffindbar. Das war auch Journalisten des Guardian aufgefallen. Allerdings wunderte sich der Guardian, warum es Webseiten und Youtube Kanäle gibt, die trotz eindeutig radikaler, rassistischer, antisemitischer und extremistischer Inhalte fleißig mit Werbung durch den Giganten Google bespielt werden, Google also den Betreibern/Verfassern zu Geld verhilft. Der Guardian zog für sich die Konsequenz und stellte die Zusammenarbeit mit Google in Sachen Werbung ein, weil man offenbar verhindern wollte, dass Guardian Werbung auf solchen dubiosen Seiten oder Kanälen erscheint. Man war sich beim Guardian durchaus bewusst, dass das auch negative Auswirkungen auf die Besucherströme der eigenen Webseite haben kann und wird.

Auf diese erste eher kleine Notiz folgten allerdings weitere Marktteilnehmer und Werbende, die es dem Guardian nachtaten. Havas, ein französisches Marketingunternehmen, welches allein £ 175 Millionen im Jahr an Werbegeldern von Kunden aus dem Vereinigten Königreich verwaltet, ging den gleichen Schritt. „Die Google-Dämmerung“ oder „Wenn Anderen ein Licht aufgeht“ weiterlesen

Nun auch Google-Boykott in den USA

Der Streit um Werbung auf extremistischen YouTube-Videos hat nun auch dazu geführt, dass in den USA erste Unternehmen Google boykottieren. Nach Angaben von USA Today gilt dies u.a. für AT&T, Verizon sowie Johnson & Johnson.

Googles halbherzige Maßnahmen und Versprechen scheinen zumindest bis jetzt noch nicht zu greifen.

http://www.usatoday.com/story/tech/news/2017/03/22/att-pulls-google-youtube-ads-over-offensive-content/99497194/

https://www.golem.de/news/neue-richtlinien-google-will-werber-besser-vor-hass-webseiten-schuetzen-1703-126856.html

Internet-Glücksspielangebote werben weiterhin massiv auf

Die im September 2016 veröffentlichte „STUDIE ZUR WERBEFINANZIERUNG VON INTERNETSEITEN ZUR ILLEGALEN VERBREITUNG URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZTER WERKE“ zeigt, dass die wichtigste Werbebranche für Piraterieseiten das Internet-Glücksspiel ist (22,3 Prozent aller Anzeigen) [1].
Die Bedeutung der Internet-Glücksspielseiten für die Finanzierung der Internetpiraterie wird noch dadurch verstärkt, dass die Werbung meist über große Pop-ups und Pop-unders erfolgt und somit überdurchschnittlich zu den Einnahmen beiträgt.

Neben der Veröffentlichung der Studie in der Presse wurden die Anbieter der Internet-Glücksspielangebote im Oktober detailliert über ihre Beteiligung an der Finanzierung urheberrechts-verletzender Seiten informiert.
In dieser Untersuchung wird geprüft, ob sich im Vergleich zum Erhebungszeitraum Juli 2016 etwas geändert hat. Internet-Glücksspielangebote werben weiterhin massiv auf weiterlesen

Gambling industry still supporting piracy

According to a German study, 22.3% of all ads on piracy sites in July 2016 were ads for gambling. Gambling ads are normally pop-ups or pop-unders and are more expensive than “normal” ads. So, they account for much more than a quarter of the ad income for piracy sites.
After publishing this study in September 2016, the Gambling companies and their German association were informed of the gambling companies support to piracy sites.

A recent study checked if something had changed between October and December 2016. This research used a “Pro”-registration account on Similiarweb.com, which shows you the Top 5 of advertising branches, advertising companies and ad networks on most internet sites for free. Gambling industry still supporting piracy weiterlesen

Großbritannien: Top-Firmen werben weniger auf illegalen Seiten

Die britische Polizeieinheit PIPCU (The City of London Police’s Intellectual Property Crime Unit) berichtet über eine Studie von whiteBULLET, nach der es einen 64prozentigen Rückgang bei Anzeigen auf illegalen Internetseiten gab. Allerdings bezieht sich dieser Rückgang nur auf „advertising from the UK’s top ad spending companies”.
Damit ist weder klar auf welche Unternehmen sich die Angabe bezieht, noch ob es für die Seiten tatsächliche einen Rückgang von Anzeigen gegeben hat.

https://www.cityoflondon.police.uk/advice-and-support/fraud-and-economic-crime/pipcu/pipcu-news/Pages/Operation-Creative-sees-64-per-cent-drop-in-UK-advertising-.aspx

Großbritannien: Polizeibesuch wegen Werbung auf illegalen Seiten

Die britische Polizeieinheit PIPCU erstellt eine Liste mit Seiten auf denen wegen massiver Urheberrechtsverletzungen nicht geworben werden soll. Leider wird die Liste nicht von allen Marktteilnehmern genutzt. Deshalb hat die PIPCU acht Unternehmen, die dennoch auf diesen illegalen Seiten geworben haben, besucht. Namen wurde keine genannt.

https://torrentfreak.com/advertisers-promise-boycott-pirate-sites-police-visit-170113/

Google: Sperren von Piraterieseiten (wegen möglicher Beschädigung des Browser-Erlebnisses)

Nach Angaben von Torrentfreak sperrt Google demnächst Piraterieseiten über 30 Tage. Grund dafür sind nicht die Google gemeldeten millionenfachen Urheberrechtsverletzungen dieser Seiten, sondern eine mögliche Störung des Browser-Erlebnisses.

Die bei Torrentfreak gezeigte Google-Chrome-Meldung zur Sperre von Pirate Bay begründet die Sperre mit dem Hinweis „harm your browser experience“.
Als Beispiel werden nicht schlimme Folgen von Malware aufgeführt, sondern ein Argument welches den Werbevermittler Google wohl viel mehr stört: „showing etxra ads on sites you visit“.

bild_torrentfreak

https://torrentfreak.com/pirate-bay-risks-repeat-offender-ban-google-161111/

Studie: Werbung finanziert die Internetpiraterie

Eine aktuelle Studie zur Werbefinanzierung von Piraterieseiten kommt zu dem Ergebnis, dass die in Deutschland meistbesuchten Internetseiten zur illegalen Verbreitung von Medieninhalten jährlich alleine durch deutsche Nutzer über 33 Mio. Euro einnehmen.
Die mit Abstand meisten Werbeanzeigen gehen auf die Internet-Glücksspielbranche zurück (22,3 Prozent), die zumeist mit Lizenzen aus Deutschland (Schleswig-Holstein), Malta oder Gibraltar agiert. Gefolgt von den Browsergameanbietern (12,1 Prozent), teils auch aus Deutschland. Werbung seriöser Markenartikler ist dagegen eher selten zu finden.

Die aktuelle Studie der FDS File Defense Service zur Werbefinanzierung von Piraterieseiten hat im Beobachtungszeitraum Juli 2016 die Werbung auf den mehr als 50 bedeutendsten Internetseiten zur illegalen Verbreitung filmischer Inhalte systematisch erfasst und im vorliegenden Bericht aufgeführt. Im Einzelnen: Studie: Werbung finanziert die Internetpiraterie weiterlesen