Schlagwort-Archive: Twitter

Politik liebt (Twitter-)Blocking oder Der Feind darf nicht mitlesen

Wenn es darum geht illegale Inhalte im Internet zu sperren, finden manche Politiker viele Ausreden. Eine davon ist das mögliche Overblocking, womit letztendlich gemeint ist, dass ein gesperrter legaler Inhalt viel schlimmer ist als tausend verbreitete illegale Inhalte.

Etwas anders sieht es aus, wenn es um einzelne Politiker selber geht. Da gibt es nämlich einige, die nicht wollen, dass bestimmte Bürger/Nutzer/Wähler sehen, was sie selber wieder einmal verfasst haben. Dazu nutzen sie das „Blockieren“ bei Twitter. Mit dieser Twitter-Funktion „können Nutzer verhindern, dass bestimmte Accounts sie kontaktieren, ihre Tweets sehen und ihnen folgen.“

So zum Beispiel bei Julia Reda, Politik liebt (Twitter-)Blocking oder Der Feind darf nicht mitlesen weiterlesen

EU-Studie zum Löschverhalten von Facebook, YouTube und Twitter

Die WELT informiert vorab über eine Studie der Europäischen Kommission, die in 24 europäischen Ländern das Löschverhalten von Facebook, Twitter und YouTube in mehr als 1500 Fällen in den Monaten März bis Mai untersuchte.

  • 40,8 Prozent der gemeldeten Inhalte wurden nicht gelöscht.
  • Wenn gelöscht wurde, dann dauerte es. Nur in etwa jedem zweiten Fall löschten sie binnen der vorgesehenen Frist von 24 Stunden, 13 Prozent dauerten länger als eine Woche.

Nachtrag:
Inzwischen wurde die Studie veröffentlicht:
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-17-1471_de.htm

https://www.welt.de/wirtschaft/article165115763/Hass-und-Hetze-werden-nicht-schnell-genug-geloescht.html

Antisemitische Kommentare alle 83 Sekunden

Laut einer Studie des Jüdischen Weltkongresses (WJC) wird alle 83 Sekunden ein antisemitischer Kommentar im Internet veröffentlicht. Insgesamt wurden 2016 bei Twitter, Facebook, YouTube, Instagram, in Blogs und anderen sozialen Medien mehr als 382.000 antisemitische Kommentare veröffentlicht. 63 Prozent davon bei Twitter.

https://futurezone.at/digital-life/alle-83-sekunden-erscheint-antisemitisches-online-posting/254.110.987

Upload-Filter gegen „Terrorismus und Extremismus“

Facebook, Youtube, Twitter und Microsoft haben den Prototypen einer Datenbank gestartet, in dem „digitale Fingerabdrücke“ (Hashwerte) von terroristischen oder extremistischen Inhalten gespeichert werden. Letztendlich soll so ein erneutes Hochladen schon bekannter illegaler Inhalte vermieden werden.

https://netzpolitik.org/2017/facebook-twitter-co-upload-filter-gegen-terrorismus-und-extremismus-gestartet/

Jugendschutz.net zeigt erneut mangelndes Engagement gegen Hass

Eine aktuelle Untersuchung von jugendschutz.net zur Löschung rechtswidriger Hassbeiträge bei Facebook, YouTube und Twitter zeigt, dass Meldungen der Nutzer immer noch nicht ernst genommen werden:

  • Von den strafbaren Inhalten, die jugendschutz.net als User meldete, löschten oder sperrten Facebook 39 % (minus 7 % im Vergleich zum letzten Test), YouTube 90 % (plus 80 %) und Twitter weiterhin 1 %.
  • Bei YouTube wurden nach der Meldung als akkreditierter User weitere 7 % gelöscht oder gesperrt, bei Twitter 63 %.
  • Erst nach direkten Kontakten per E-Mail löschte Facebook weitere 54 % (Löschquote 88 %), YouTube und Twitter entfernten alle verbliebenen Testfälle.

Im Endeffekt löschten somit Facebook 93 % aller gemeldeten strafbaren Inhalte (plus 2 % im Vergleich zum letzten Test), YouTube 100% (plus 2 %) und Twitter 100 % (plus 18 %).

Die Vereinbarung, die Mehrzahl der gemeldeten rechtswidrigen Hassbotschaften innerhalb von 24 Stunden zu entfernen, wird derzeit nur von YouTube eingehalten.

http://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Artikel/03142017_Monitoring_jugendschutz.net.pdf?__blob=publicationFile&v=1

 

 

Facebook, Google und Twitter lassen Bundesregierung auflaufen

Bei den Bemühungen der Bundesregierung Hetze im Netz einzuschränken, wurde von Facebook, Google und Twitter viel versprochen. Nachprüfbar ist fast nichts. Arbeitsgruppen tagen seit Monaten nicht mehr, Zahlen werden nicht geliefert und Staatssekretär Billen wird gar der Zugang zum Facebook-Löschteam in Berlin verboten.
Justizminister Heiko Maas droht inzwischen mit einer europäischen Regulierung.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-vs-heiko-maas-wer-stoppt-den-hass-a-1103620.html

Familie von Terroropfer klagt gegen Facebook, Twitter und Google

Vor einem Gericht in San Franzisco hat die Familie einer bei den Terroranschlägen in Paris ermordeten US-Studentin, Klage gegen Google, Facebook und Twitter  eingereicht, da diese es den Terroristen jahrelang wissentlich ermöglicht hätten, IS-Propaganda zu verbreiten und damit gegen US-Anti-Terrorgesetze verstoßen hätten.

Die Unternehmen berufen sich auf ihre AGBs und die angeblichen sofortigen Löschungen nach Bekanntwerden.

Die Klage wurde am Tag des live über Facebook verbreiteten Anschlags gegen die französischen Polizisten eingereicht.

http://www.theguardian.com/media/2016/jun/16/family-california-student-killed-paris-attacks-sue-google-facebook-twitter?CMP=Share_iOSApp_Other

http://futurezone.at/digital-life/familie-von-terroropfer-klagt-facebook-und-google/204.994.768

Lasche Selbstverpflichtung statt Rechtsdurchsetzung?

Die EU-Kommission hat zusammen mit Facebook, Twitter, YouTube und Microsoft einen Verhaltenskodex vorgestellt, der eine Reihe von Verpflichtungen zur Bekämpfung der Verbreitung von illegaler Online-Hetze in Europa enthält.
Dass die Verpflichtung aber sehr offen formuliert und kaum nachprüfbar ist zeigt schon der Kernsatz:
„Mit der Unterzeichnung dieses Verhaltenskodex verpflichten sich die IT-Unternehmen, weiterhin gegen illegale Hassrede im Internet vorzugehen. Dazu gehört die fortlaufende Entwicklung interner Verfahren und die Schulung von Mitarbeitern, damit die Mehrheit der stichhaltigen Anträge auf Entfernung illegaler Hasskommentare in weniger als 24 Stunden geprüft und diese erforderlichenfalls entfernt bzw. der Zugang dazu gesperrt werden kann.“

Die Kritik bleibt nicht aus. Staatssekretär Gerd Billen aus dem Bundesjustizministerium stellt fest: „Die Maßnahmen, über die wir uns in Deutschland mit den in unserer Task Force vertretenen Unternehmen verständigt haben, gehen aber weiter.“

Estelle Masse, von der digitalen Bürgerrechtsgruppe Access Now verdeutlich, dass eine solche Vereinbarung auch rechtsstaatlich problematisch sein kann: „Der Verhaltenskodex stellt Geschäftsbedingungen der Dienste über das nationale Recht.“

http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-1937_de.htm

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-berlin-hadert-mit-bruessels-hatespeech-kodex-a-1095197.html#ref=nl-dertag

Weiterhin viel Frauenhass bei Twitter

Dass Twitters „Qualitätsfilter“ bei Frauenhass noch nicht so recht funktioniert zeigt eine Studie des britischen Thinktank Demos. Binnen drei Wochen wurden 200.000 frauenfeindliche Twitter-Botschaften gefunden. Auffallend, die Hälfte der frauenfeindlichen Aussagen wurde von Frauen getroffen.

http://www.lead-digital.de/aktuell/social_media/frauenhass_bei_twitter_die_haelfte_der_hater_ist_weiblich

Frankreich: Klage gegen Facebook, Google und Twitter

In Frankreich wurden Facebook, YouTube (Google) und Twitter wegen Verbreitung von Rassismus verklagt.

Die Kläger, zwei gemeinnützige Organisationen, werfen den Unternehmen vor, rassistische, antisemitische, den Holocaust leugnende und homophobe Inhalte trotz Hinweises nicht gelöscht zu haben.
Von den in etwa 4 Wochen gemeldeten 586 Postings löschte Facebook 34 Prozent, Youtube 7 Prozent und Twitter  4 Prozent.

http://www.zdnet.de/88269362/facebook-google-und-twitter-in-frankreich-wegen-verbreitung-von-rassismus-verklagt/

 

Periscope: Fragwürdige Transparenz

Twitter hat veröffentlicht, dass bei seiner Livestreaming-App Periscope im zweiten Quartal 1.391 Löschanträge wegen Urheberrechtsverstoß eingingen. 71% davon wurden befolgt.

Da ein nicht unwesentlicher Teil der Anträge sich auf aktuelle Sportinhalte bezogen habe dürfte, wäre die Löschdauer eine weitere wichtige Angabe (100% Löschung zum Ende des Spiels bringt nichts). Diese fehlt aber.

https://transparency.twitter.com/copyright-notices/2015/jan-jun