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LG Berlin: Betreiber eines Tor-Exit-Nodes haftet ab Kenntnis für fremde Urheberrechtsverletzungen

Nach Ansicht des LG Berlin haftet der Betreiber eines Tor-Exit-Nodes für fremde Urheberrechtsverletzungen ab Kenntnis, wenn er keine ausreichenden Sicherungsmaßnahmen ergreift
Der Beklagte hafte als Störer, da er den Internetzugang Dritten zur Verfügung gestellt habe. Die Haftung folge zwar nicht aus dem Betrieb des Tor-Exit-Nodes. Maßgeblich sei vielmehr, dass der Beklagte trotz Urheberrechtsverstößen in der Vergangenheit keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen habe, um zukünftige Verstöße zu unterbinden.
Denn die Haftungsprivilegierung des § 8 TMG als bloßer Durchleiter von Informationen komme dann nicht zum Zuge, wenn Verletzungshandlungen in der Vergangenheit aufgetreten seien zumutbare Maßnahmen unterblieben. Zu den zumutbaren Maßnahmen gehöre etwa die technische Sperrmöglichkeit eines TOR-Servers durch die Erstellung einer so genannten Exit Policy.

[LG Berlin, Urteil vom 13.06.2017, Az.: 16 O 270/16]

http://www.dr-bahr.com/news/betreiber-eines-tor-exit-nodes-haftet-fuer-fremde-urheberrechtsverletzungen-ab-kenntnis.html

Türkei: Weitgehend technisch erfolgreiche Sperre von TOR

Türkische Provider blockieren anscheinend inzwischen den direkten Zugang zum Anonymisierungsdienst Tor. Experten vermuten den Einsatz von Deep Packet Inspection.
Auch Umgehungsversuche durch den Einsatz von Bridges führen zu Einschränkungen der Nutzung.

https://www.heise.de/security/meldung/Tuerkei-blockiert-wohl-mit-Deep-Packet-Inspection-Zugang-zu-Tor-3577109.html

http://www.golem.de/news/zensur-tuerkische-provider-blockieren-tor-1612-125153.html

Gekaperte Videostreamzugänge im TOR-Netzwerk

Heise-Online berichtet über eine Studie, nach der im Tor-Netzwerk lebenslang gültige Videostreaming-Accounts ab 1 US-Dollar erhältlich sind. Diese ermöglichen den Zugang zu Pornostreamingseiten oder auch HBO oder Netflix.
Da es sich dabei um gekaperte Benutzerkonten handelt, dürfte die lebenslange Gültigkeit ein Traum bleiben. Für die legalen Nutzer bestehen Gefahren, wenn Kreditkartendaten mit dem Nutzerkonto verbunden sind.

www.heise.de/security/meldung/Online-Schwarzmarkt-Vermeintlich-lebenslang-gueltige-Videostreaming-Accounts-ab-1-US-Dollar-3029332.html

Tor: Datenschutz schwer gemacht

Im Tor-Netwerk wurden mehrere hundert gefälschte Seiten entdeckt, die den Datenverkehr der Nutzer abgreifen bzw. manipulieren können. Da im Tor-Netzwerk Seiten über wild durcheinandergewürfelte alphanummerischne Zeichenfolgen identifiziert werden, ist es für den Nutzer recht schwer gefälschte Seiten zu entdecken.

www.golem.de/news/anonymisierung-hunderte-gefaelschte-webseiten-im-tor-netzwerk-entdeckt-1507-115241.html

 

Tox: Erpressung mit Erlösbeteiligung

Im Tor-Netzwerk bietet der Dienst Tox kostenlose individualisierte Ransomware an, die den Zugriff auf Dateien oder den gesamten Rechner verhindert.
Nach einer Registrierung kann man angeben, wie viel Bitcoins man erpressen will und erhält dann einen ausführbare Datei nebst Word-Icon, berichtet McAfee.
Im nächsten Schritt muss man sich selber darum kümmern, dass der Erpresste die Datei erhält und installiert. Wenn die Installation erfolgreich durchgeführt wurde, ist der Rechner ganz oder teilweise blockiert und der Erpresste hat in Bitcoins zu zahlen. Die Zahlung selber läuft über Tor, die Software erstellt den entsprechenden Zugang dorthin. Die Bitcoins gehen allerdings erst einmal an Tox, dort wird vor der Auszahlung eine Umsatzbeteiligung von 30 % einbehalten.

https://blogs.mcafee.com/mcafee-labs/meet-tox-ransomware-for-the-rest-of-us

www.golem.de/news/tox-kostenloser-digitaler-erpressungsdienst-1505-114301.html  

http://de.wikipedia.org/wiki/Ransomware

Deutschland: Polizei Leipzig schließt Internet-Drogenhandel

Sächsische Fahnder haben den Internetdrogenhandel „Shiny Flakes“ geschlossen. Die ursprünglich im Darknet beheimatete Seite bot Crystal, Kokain, Amphetamin, Ecstasy, LSD, Haschisch und Marihuana seit Anfang 2014 über das freie Netz an. Bestellung anonymisiert über TOR, Vorkasse per Bitcoin und Auslieferung dann per Post.  Deutschland: Polizei Leipzig schließt Internet-Drogenhandel weiterlesen

TOR: Anonymität für Kindesmissbrauch

TOR-Aktivisten betrachten den Anonymisierungsdienst als wesentliche Unterstützung der Meinungsfreiheit und betonen gerne die Wichtigkeit des Projekts für Menschen, die in Staaten leben, wo die Presse- und Menschenrechte stark eingeschränkt ist.

 

Eine Studie von Dr Gareth Owen, University of Portsmouth, der mit seinem Team 40 Tor-Relays betrieben und deren Datenverkehr ausgewertet hat, zeigt nun wofür TOR wirklich genutzt wird:

 

Die Wissenschaftler haben die Art des Angebots der ca. 45.000 Websites im Darknet ausgewertet und deren Nutzung abgeschätzt:

  • Whistelblower machen 5% der Seiten aus, aber nur 0,1 % des Verkehrs im Darknet.
  • Drogen sind das Thema von 24 % der Seiten und sorgen für 5 % des Verkehrs.
  • Der sexuelle Missbrauch von Kindern macht 2 % des Angebots aus, sorgt aber für über 80 % des Verkehrs.

 

www.theguardian.com/technology/2014/dec/31/dark-web-traffic-child-abuse-sites

http://darkwebnews.com/videos/dr-gareth-owen-tor-attacks-countermeasures/

www.heise.de/newsticker/meldung/31C3-Kinderpornografie-im-Tor-Netzwerk-stark-nachgefragt-2507444.html

 

 

Europol: Massiver Schlag gegen das Darknet

Im Rahmen einer durch Europol koordinierten Operation gegen das Darknet im TOR-Netzwerk gab es am gestrigen Donnerstag in 16 Ländern 17 Festnahmen, die Schließung von 410 versteckten Marktplätzen und Beschlagnahmungen von bitcoins im Wert von 1 Mio. USD, 180.000 € Bargeld sowie Drogen, Gold und Silber.
In den USA wurden die Betreiber von Silk Road 2.0 festgenommen und das Angebot vom Netz genommen.

www.europol.europa.eu/content/global-action-against-dark-markets-tor-network

TOR unsicher und …?

Nachdem Unbefugte monatelang das Tor-Netzwerk manipuliert haben, warnt selbst Tor davor, das Nutzer deanonymisiert werden könnten.

Das Netzwerk zur Anonymisierung wird wesentlich von den USA finanziert, während Geheimdienste – auch der amerikanische – versuchen dieses zu knacken. Der russische Geheimdiesnt bietet inzwischen sogar Hackern eine Belohnung für einen Angriffsweg.

www.spiegel.de/netzwelt/web/tor-betreiber-warnen-vor-moeglicher-identifizierung-a-983764.html