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Piraterie und Malware: Nun via Untertitel

Dass beim Besuch einer Piraterieseite vielfach Malware „angeboten“ wird, ist bekannt. Nun haben Forscher von Check Point einen neuen Weg der Verbreitung entdeckt.
Anscheinend kann auf verschiedenen Medienplayern (KODI, Popcorn-Time, VLC u.a.) über zusätzliche Untertitel, die insbesondere bei Filmen ohne die jeweiligen Urheberrechte benötigt werden, Malware eingeschleust werden und das komplette System von Dritten übernommen werden.
Die Anbieter haben bereits oder werden in Kürze den Fehler beheben.
https://torrentfreak.com/malicious-subtitles-threaten-kodi-vlc-and-popcorn-time-users-researchers-warn-170523/

EUGH: Entscheidung zum Streaming

Der EUGH hat entschieden, dass der Verkauf eines multimedialen Medienabspielers, mit dem kostenlos und einfach auf einem Fernsehbildschirm Filme angesehen werden können, die rechtswidrig im Internet zugänglich sind, eine Urheberrechtsverletzung darstellen kann.

Nach Ansicht des Gerichts ist die vorübergehende Vervielfältigung eines urheberrechtlich geschützten Werks auf diesem Medienabspieler durch Streaming nicht vom Vervielfältigungsrecht ausgenommen.
Im vorliegenden Fall ist der Gerichtshof insbesondere unter Berücksichtigung des Inhalts der Werbung für den multimedialen Medienabspieler und des Umstands, dass der Hauptanreiz des Medienabspielers in der Vorinstallation der Add-ons liegt, der Ansicht, das der Erwerber eines solchen Medienabspielers sich freiwillig und in Kenntnis der Sachlage zu einem kostenlosen und nicht zugelassenen Angebot geschützter Werke Zugang verschafft.

Zudem bestätigt der Gerichtshof, dass der Verkauf eines multimedialen Medienabspielers wie des hier fraglichen eine „öffentliche Wiedergabe“ im Sinne der Richtlinie 2001/29/EG darstellt. EUGH: Entscheidung zum Streaming weiterlesen

Frankreich: Neue Zahlen zur Piraterie

Nach einer Studie der Beratungsfirma EY Consultancy nutzten 2016 rund 13 Millionen französische Internetnutzer illegal urheberrechtlich geschützten Content im Internet. Das sind rund 27 Prozent aller Nutzer.
Die Anzahl der Nutzer entspricht in etwa der des Vorjahres.
Die steigende Anzahl legaler Alternativen scheint somit keinen Einfluss auf die Menge der Piraterienutzer zu haben.

8,4 Millionen Personen nutzten direkte Downloads, 6,8 Millionen illegale Streaming-Angebote und 4,1 Millionen Tauschbörsen (P2P).

Der Schaden durch illegale Downloads und TV-Piraterie lag 2016 bei 1,35 Milliarden Euro. Am stärksten betroffen waren die DVD-, die Video-on-Demand- und die Pay-TV-Branche.

http://www.kontakter.de/internationale_news/27_prozent_der_franzoesischen_onliner_nutzen_illegalen_content

http://www.ey.com/fr/fr/newsroom/news-releases/ey-communique-de-presse-piratage-de-contenus-audiovisuels

Luxemburg: Registrar muss Streamingseite abstellen

Der Registrar EuroDNS wurde von einem Luxemburger Gericht gezwungen, die Internetseite Putlockers.ch zu übernehmen. Putlocker ist ein beliebter illegaler Streamingdienst.
Mit der Übernahme konnte verhindert werden, dass die Seite einfach der Registrar wechselt.
EuroDNS hat den Kunden darüber informiert.

https://torrentfreak.com/swedish-internet-users-face-new-wave-of-piracy-cash-demands-170225/

VZ Bayern: Unseriöse Streaming-Dienste ködern mit aktuellen Filmen

Die Verbraucherzentrale Bayern warnt vor Lockangeboten die aktuelle Kinofilme kostenlos zum Streamen anbieten und somit Verbraucher in die Falle locken. Tatjana Halm, Leiterin des Rechtsreferats der Verbraucherzentrale Bayern warnt „Statt sich den gewünschten Film herunterzuladen, schließen ahnungslose Nutzer häufig kostspielige Abonnements ab“.
Die Verbraucherschützer raten, Streaming-Angebote genau zu prüfen und wenn Verbraucher bereits in die Falle getappt sind, sollten sie das Abonnement umgehend kündigen oder von ihrem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen.

Da keine weiteren Details genannt werden, nachfolgende Ergänzung:
– Solche Fallen gibt es öfter bei YouTube und über Anzeigen auf Piraterieseiten.
– Die Angebote erfolgen in der Regel über Briefkastenfirmen oder anonym.
– Oft werden die Gebühren direkt abgebucht – wenn man Pech hat auch mehrfach. Insoweit dürfte auch Widerspruch und Kündigung wenig helfen.

Richtig ist auf jeden Fall: „Wenn neueste Filme, die momentan im Kino zu sehen sind oder erst in Kürze starten, zum Streamen angeboten werden, kann das nicht legal sein“.

https://www.verbraucherzentrale-bayern.de/unserioese-streaming-dienste-koedern-mit-aktuellen-filmen

Bayern: Streaming-Plattform geschlossen (inkl. Nachtrag)

Die illegale Streaming-Plattform MyStreamz.cc wurde gestern vom Bayerischen Landeskriminalamt beschlagnahmt. Dort wird nur noch die Grafik des BLKA angezeigt.
Dort waren seit einigen Wochen Streams von Bezahlsendern angezeigt worden, wenn man monatlich 8 Euro (Bitcoin) oder 10 Euro (paysafe card) bezahlte.

https://tarnkappe.info/mystreamz-cc-wurde-hochgenommen/

Nachtrag – offizielle Pressemeldung der bayerischen Polizei:

ZCB sperrt Streaming-Plattformen

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg führt mit dem Bayerischen Landeskriminalamt umfangreiche Ermittlungen gegen die Betreiber der illegalen Streaming-Plattformen stream4k.net und mystreamz.cc.

In diesem Zusammenhang kam es am 23.01.2017 zur Festnahme eines 25-jährigen Informatikers und zur Durchsuchung zweier Wohnungen in Köln. Bereits im Laufe des Jahres 2016 wurden im Rahmen der Ermittlungen elf Wohnungen durchsucht und zwei Unterstützer festgenommen. Die Erkenntnisse aus diesen Maßnahmen sowie umfangreiche Finanz- und Internetermittlungen führten letztlich zu dem geständigen Haupttäter.

Dieser hatte das Sendesignal eines im Raum München ansässigen Pay-TV-Anbieters über das Internet verbreitet und von den Nutzern hierfür monatliche Gebühren verlangt. Mit ca. 3.000 Nutzern handelte es sich zeitweise um eines der größten deutschsprachigen Angebote dieser Art. Durch den Betrieb dieses Streaming-Dienstes beging die Gruppierung rund um den 25-jährigen gewerbsmäßige Straftaten nach dem Urheberrechtsgesetz sowie zahlreiche weitere Straftaten.
Die von den Tätern betriebene Streaming-Plattform (www.mystreamz.cc) wurde abgeschaltet. Bargeld und Bitcoins in fünfstelliger Höhe konnte sichergestellt werden. Die von den Nutzern geleistete Vorkasse ist für diese verloren.

Die weiteren Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und des Bayerischen Landeskriminalamts dauern an.

Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle Cybercrime Bayern. Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten der bayerischen Polizei z.B. bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität. Auch dann, wenn ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich der Computer- und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der Zentralstelle tätig.

http://www.justiz.bayern.de/sta/staolg/ba/presse/archiv/2017/05596/index.php

Frankreich: Wichtige Piraterie-Streamingseite geschlossen

Die französische Polizei hat in der letzten Woche die beliebte Piraterie-Streamingseite films-regarder.co geschlossen und den Betreiber verhaftet.
Man vermutet, dass die Seite mit über einer Million Besucher je Monat einen Schaden von bis 30 Mio. Euro verursacht hat. Die Einnahmen lagen bei 200.000 € in 18 Monaten.

https://torrentfreak.com/french-police-shut-down-pirate-streaming-site-arrest-operator-170123/

Googles führende Rolle als Pirateriehoster

In einem Bericht von TorrentFreak wird verdeutlich, wie sich Google, neben direkt auf YouTube abspielbaren Raubkopien,  immer stärker in die Verbreitung von Raubkopien einbinden lässt.
Dazu laden die „Nutzer“ die Raubkopie als privates Video auf YouTube und nutzen dann den entsprechenden Link auf einer Streamingseite auf welcher der Film dann als eingebettetes Video abspielbar ist.
Im Ergebnis sind die Filme nicht auf YouTube zu finden, werden aber von dort abgespielt. Möglich ist dies, weil Google die eigene Schutzmaßnahme, die Content-ID, nicht bei „privaten“ Videos nutzt.
Der Mechanismus wird inzwischen auch von Pornografieanbietern genutzt, obwohl YouTube ansonsten sehr rigide gegen Pornografie vorgeht.
TorrentFreak hat Google bereits vor mehreren Wochen darauf angesprochen, getan hat sich nichts, es gab nicht einmal ein offizielles Statement.
Nach Meinung von TorrentFreak is Google “ also becoming a primary source for pirate streaming sites, generating millions of views per day”.

https://torrentfreak.com/porn-pirate-sites-use-backdoor-to-host-videos-on-youtube-170114/

In Deutschland hatte u.a. FDS bereits mehrfach auf die Rolle von Google als Pirateriehoster hingewiesen:
http://www.webschauder.de/google-beliefert-raubkopieportale/

Italien: Sperre von weiteren 152 Piraterieseiten

Auf Antrag der “Guardia di Finanza” hat ein italienischer Richter Sperrverfügungen zu 152 Streamingseiten erlassen, die unbefugt Filme oder Sportereignisse verbreiten. Zugangsprovider müssen nun dafür sorgen, dass ihre Kunden nicht mehr auf die Seiten kommen.

https://torrentfreak.com/court-orders-landmark-mass-blocking-of-152-pirate-sites-161108/

Nachtrag 2.12.:
In einem Fall wurde die Sperre wohl per Gerichtsentscheid aufgehoben.

https://torrentfreak.com/court-overturns-pirate-site-blockade-based-on-eu-ruling-161202/