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Streaming: 50 Mrd. Verlust durch Piraterie bis 2022

Nach einer aktuellen Studie des Digital TV Research werden Streaminganbieter wie Netflix oder Amazon durch Piraterie zwischen 2016 und 2022 einen Verlust an Abonnement- und Werbeeinnahmen in Höhe von 52 Milliarden US-Dollar erleiden.

Der Verlust bezieht sich auf insgesamt 138 Länder. Im Jahr 2016 betrugen die Einnahmen aus legalen Streaming-Diensten 37 Milliarden US-Dollar gegenüber 26,7 Milliarden US-Dollar, die durch Piraterie verloren gingen.

https://www.digitaltvresearch.com/ugc/press/219.pdf

http://variety.com/2017/tv/news/piracy-cost-streaming-players-over-50-billion-1202602184/

USA: Studie zur Pirateriewerbung

Die Trustworthy Accountability Group (TAG), eine Gruppe von Werbetreibenden und Agenturen, hat eine neue Studie zur werbefinanzierten Piraterie veröffentlicht.

Die Studie ergab, dass die digitalen Werbeeinnahmen der Piraterieseiten 111 Millionen US-Dollar betrugen. Davon entfallen 36 Mio. US-$ auf Premium-Werbende und 75 Mio. US-$ auf Non-Premium-Advertiser (Gaming, Dating, VPN-Dienste).

Die von der TAG initiierten Maßnahmen hätten dafür gesorgt, dass weitere Einkünfte der Piraterieseiten in Höhe von 102 bis 177 Millionen US-Dollar verhindert wurden.
Ergänzend vermerkt die Studie, dass die Schäden durch Piraterie auf 2,4 Milliarden US-$ geschätzt werden.

https://www.tagtoday.net/hubfs/Measuring%20digital%20advertising%20revenue%20to%20infringing%20sites.pdf?t=1507150221706

Schäden durch Cybercrime

Nach Angaben des Bundeskriminalamtes ist 2016 bei rund 83.000 erfassten Fällen von Cybercrime in Deutschland ein Schaden von über 51 Millionen Euro entstanden.
Nach Schätzung des DIW (Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung) ist Privatpersonen in 2015 ein Schaden von 3,4 Milliarden Euro entstanden.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/BKA-Ueber-51-Millionen-Euro-Schaden-durch-Cybercrime-3702465.html

USA: DMCA erspart YouTube jährlich bis zu 1 Mrd. Kosten

Nach einer aktuellen Studie des Phoenix Centers aus Washington ermöglicht die amerikanische DMCA-Regelung YouTube unautorisierte Kopien von Musik ohne Bezahlung von Lizenzgebühren anzubieten.
Müsste YouTube diese zu Marktpreisen einkaufen, würden jährlich alleine in den USA Lizenzgebühren zwischen $ 650 Million und 1 Milliarde US-Dollar an die Musikwirtschaft fällig.

“SAFE HARBORS AND THE EVOLUTION OF MUSIC RETAILING”
http://www.phoenix-center.org/PolicyBulletin/PCPB41Final.pdf

Unterschiede im Streaming:

https://medium.com/@RIAA/2016-a-year-of-progress-for-music-4e9b77022635

OLG München: Eher kein Schadensersatz durch Sharehoster

In der Berufungsverfahren zum Urteil des LG München, in dem Uploaded zu Schadensersatz wegen fortwährender Urheberrechtsverletzungen verurteilt wurde, haben die Richter des OLG verkündet, dass sie nach bisherigem Stand der Verhandlung keinen Anspruch auf Schadensersatz sehen.
Ein Urteil ist erst in mehreren Wochen zu erwarten.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Oberlandesgericht-Sharehoster-nicht-schadenersatzpflichtig-3603154.html

Zur Vorinstanz, vgl.:
http://www.webschauder.de/landgericht-muenchen-verurteilt-uploaded-erneut-zu-schadensersatz/

Marken- und Internetpiraterie verursacht 83 Mrd. Schaden in der EU

Nach mehreren Studien im Auftrag der EUIPO (European Union Intellectual Property Office) kommt diese zu dem Ergebnis, dass Marken- und Produktpiraterie in der EU einen jährlichen Schaden in Höhe von 83. Mrd. Euro verursachen.
48 Mrd. sind direkte Umsatzverluste und weitere 35 Mrd. Schaden erfolgen als indirekte Effekte, meiste Schäden bei Lieferanten.
Zudem gehen jedes Jahr 790.000 Jobs verloren.
Allerdings umfasst die Untersuchung gar nicht alle betroffenen Märkte, sondern beschränkt sich auf: cosmetics and personal care; clothing, footwear and accessories; sports goods; toys and games; jewellery and watches; handbags; recorded music; spirits and wine; and pharmaceuticals.

https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/web/observatory/news?p_p_id=csnews_WAR_csnewsportlet&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-1&p_p_col_count=2&journalId=3361118&journalRelatedId=manual/

Schäden durch Musikpiraterie

Eine neue Studie hat festgestellt, dass in 2014 der europäischen Musikwirtschaft durch Piraterie ein Schaden in Höhe 170 Mio. € entstanden ist.

Die überaus niedrige Schadeneinschätzung könnte darauf basieren, dass der Hauptansatzpunkt der Studie die Differenz zwischen Umsatzprognosen und den erzielten Umsätzen war. Da Piraterie aber schon „eingeplant“ ist, könnte nur ein Teil der Piraterie erfasst worden sein.

https://euipo.europa.eu/tunnel-web/secure/webdav/guest/document_library/observatory/resources/research-and-studies/ip_infringement/study7/Music_industry_en.pdf

 

US-Studie: Piraterieschäden überwiegen Werbeeffekt

Forscher der Carnegie Mellon University haben erstmalig die Schäden durch Piraterie mit den möglichen positiven Werbeeffekten verglichen. Untersucht wurden dazu 831 Filmen aus den Jahren 2006 bis 2013 mit ihrem US-Kinoumsatz.

Der Werbeffekt durch die illegale Verbreitung vor dem Kinostart trägt zu einer Umsatzsteigerung von 1,5% bei. Allerdings sind die negativen Effekte deutlich stärker. Im Ergebnis bleibt ein Umsatzverlust von 14 bis 15 % durch Piraterie.

Unter den 831 Filmen war kein einziger, der keinen Schaden durch Piraterie erlitten hätte.

http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2736946

Italien: Sperren für illegale Zeitungsangebote

In Italien wurden erstmals fünf Internetseiten, die illegal Zeitschriften und Zeitungen verbreiten, gesperrt.
Zudem wurden mehrere Betreiber solcher Angebote in Italien festgenommen.
Nach Angaben der Guardia di Finanza hatte eine Studie zur italienischen Zeitungskrise gezeigt, dass 2014 durch Piraterie täglich 400.000 Newsartikel weniger verkauft würden.

https://torrentfreak.com/copyright-infringing-news-sites-raided-and-shut-down-160129/

Niederlande: Filmproduzenten verlangen Schadensersatz vom Staat

Die Financial Times Niederlande berichtet, dass die niederländischen Filmproduzenten von der niederländischen Regierung Schadensersatz für die Verluste durch Piraterie verlangen. Auch wenn das Justizministerium eine entsprechende Forderung bereits abgelehnt hat, will man dennoch darauf bestehen.
Bei einem Gesamtmarktvolumen in Höhe von 500 Mio. € wird von einem Schaden in Höhe von 78 Mio. € ausgegangen.
Brisant wird die Forderung dadurch, dass die niederländische Regierung erst nach einem Urteil des EuGH aus  2014 die Straffreiheit für Downloads illegaler Inhalte beendete.

http://fd.nl/ondernemen/1119616/filmindustrie-broedt-op-weerwoord-tegen-piratensites

Niederländische Studie mit der Schadensberechnung:
http://otpnederland.nl/upload/pdf/3.%20Omdat%20het%20gratis%20is%20Consid%20CentERdat%20IViR%20small.pdf

Irland: Haft für Streaming-Betreiber

Für den Betrieb von mehreren rechtswidrigen Streaming-Webseiten wurde ein Mann aus Nordirland zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Durch Werbung auf diesen Seiten hat er rund 413.000 € eingenommen. Der verursachte Schaden beträgt aus Sicht der Ermittler 165 Millionen €.

www.gulli.com/news/26504-irland-vier-jahre-haft-fuer-den-betrieb-von-streaming-plattformen-2015-09-08