Schlagwort-Archive: P2P

Frankreich: Neue Zahlen zur Piraterie

Nach einer Studie der Beratungsfirma EY Consultancy nutzten 2016 rund 13 Millionen französische Internetnutzer illegal urheberrechtlich geschützten Content im Internet. Das sind rund 27 Prozent aller Nutzer.
Die Anzahl der Nutzer entspricht in etwa der des Vorjahres.
Die steigende Anzahl legaler Alternativen scheint somit keinen Einfluss auf die Menge der Piraterienutzer zu haben.

8,4 Millionen Personen nutzten direkte Downloads, 6,8 Millionen illegale Streaming-Angebote und 4,1 Millionen Tauschbörsen (P2P).

Der Schaden durch illegale Downloads und TV-Piraterie lag 2016 bei 1,35 Milliarden Euro. Am stärksten betroffen waren die DVD-, die Video-on-Demand- und die Pay-TV-Branche.

http://www.kontakter.de/internationale_news/27_prozent_der_franzoesischen_onliner_nutzen_illegalen_content

http://www.ey.com/fr/fr/newsroom/news-releases/ey-communique-de-presse-piratage-de-contenus-audiovisuels

P2P: Ohne Raubkopien nicht wirtschaftlich?

Einer der ältesten BitTorrent-Indexseiten, Mininova, wird Anfang April schließen. Nach anfänglichen Erfolgen bei der Verbreitung von Raubkopien (Spitze mit 14 Mio. Seitenzugriffe an einem Tag) kann die Seite heute nur noch 1 Mio. Zugriffe im Monat mit dem Schwerpunkt CC-lizenzierte und gemeinfreie Werken erreichen. Anscheinend nicht genug um wirtschaftlich betrieben werden zu können.

https://torrentfreak.com/torrent-legend-mininova-will-shut-down-for-good-170226/

https://tarnkappe.info/torrent-legende-mininova-zieht-die-stecker/

Großbritannien: Warnsystem startet in Kürze

Die ISPreview hat veröffentlicht, dass in diesem Monat die größten Provider starten, Warnhinweise an Kunden zu versenden, die im Verdachts stehen online Urheberrechte zu verletzen. Von Anfang an dabei sind BT, Virgin Media, TalkTalk und Sky Broadband; weitere dürften folgen.

Zum Start sollen nur Hinweise über den Sachverhalt und mögliche legale Alternativen an diejenigen versendet werden, deren IP-Adresse beim „Tausch“ in P2P-Netzwerken gefunden wird.
Diese Recherche der Uploader obliegt den Rechteinhabern, die diese Daten an die ISPs weitergeben, von dort aber keine Informationen über die erwischten Kunden erhalten.

Über die Kosten des Systems liegen keine Informationen vor.
Nach Angaben von Torrentfreak sind 2,5 Mio. Warnhinweise geplant, womit schon klar sei, dass nur ein Teil der Nutzer überhaupt einen Hinweis erhält.

Der BBC hat einen Entwurf veröffentlicht, der zeigt wie zurückhalten die Warnung erfolgt:
“Sample Piracy “Alert” Email / Letter
Get It Right from a Genuine Site’ has got in touch with us.
Get it Right is a government-backed campaign acting for copyright owners who think their content’s been shared without their permission.
It looks like someone has been using your broadband to share copyrighted material (that means things like music, films, sport or books).
And as your broadband provider, we have to let you know when this happens.
[List of the content in question]
[Further guidance on how to stop the activity]”

http://www.ispreview.co.uk/index.php/2017/01/big-uk-isps-send-first-internet-piracy-warning-letters-month.html

https://torrentfreak.com/uk-piracy-warnings-coming-month-heres-works-170111/

Persönliche Downloadlisten zu BitTorrent möglich

Torrentfreak berichtet über Tools, die alle P2P-Download von Personen auflisten. Damit kann es öffentlich werden, welche (illegalen) Downloads einzelne „Personen“ getätigt haben. Da aber oft auch dynamische UIP-Adressen verwendet werden, werden die Downloads verschiedene Personen die diese Adresse einmal genutzt haben zusammengefasst.

https://torrentfreak.com/i-know-what-you-downloaded-on-bittorrent-161223/

Neuer “Rekord” bei “The Walking Dead”

Der Start der nun siebten „The Walking Dead“-Staffel hatte am Sonntag 17 Mio. US-Zuschauer. Gleichwohl wurde die Startepisode nach Angaben deutschen Piraterie-Trackingspezialisten Tecxipio in den ersten 24 Stunden insgesamt 600.544 mal heruntergeladen und somit häufiger als die letztjährige Staffelpremiere mit 569.772 illegalen Zugriffe binnen der ersten 24 Stunden.
Die Zahlen beziehen sich aber nur auf Tauschbörsennutzungen, Streamings über illegale Videohoster sind darin nicht enthalten.

http://variety.com/2016/tv/news/walking-dead-leads-illicit-downloads-1201900509/

BGH: Entlastungsvoraussetzungen des Anschlussinhabers

In einer nun veröffentlichten Urteilsbegründung des BGH wird deutlich, dass sich in Tauschbörsenfällen der Anschlussinhaber nur entlasten kann, „wenn er nachvollziehbar vorträgt, welche Personen mit Rücksicht auf Nutzerverhalten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie in zeitlicher Hinsicht Gelegenheit hatten, die fragliche Verletzungshandlung ohne Wissen und Zutun des Anschlussinhabers zu begehen.“

[BGH, I ZR 48/15 vom 12.05.2016]

http://www.raschlegal.de/aktuelles/bgh-anschlussinhaber-bei-filesharing-in-der-verantwortung/

http://www.webschauder.de/bgh-entscheidungen-zu-tauschboersenfaellen/

Studie: Werbung finanziert die Internetpiraterie

Eine aktuelle Studie zur Werbefinanzierung von Piraterieseiten kommt zu dem Ergebnis, dass die in Deutschland meistbesuchten Internetseiten zur illegalen Verbreitung von Medieninhalten jährlich alleine durch deutsche Nutzer über 33 Mio. Euro einnehmen.
Die mit Abstand meisten Werbeanzeigen gehen auf die Internet-Glücksspielbranche zurück (22,3 Prozent), die zumeist mit Lizenzen aus Deutschland (Schleswig-Holstein), Malta oder Gibraltar agiert. Gefolgt von den Browsergameanbietern (12,1 Prozent), teils auch aus Deutschland. Werbung seriöser Markenartikler ist dagegen eher selten zu finden.

Die aktuelle Studie der FDS File Defense Service zur Werbefinanzierung von Piraterieseiten hat im Beobachtungszeitraum Juli 2016 die Werbung auf den mehr als 50 bedeutendsten Internetseiten zur illegalen Verbreitung filmischer Inhalte systematisch erfasst und im vorliegenden Bericht aufgeführt. Im Einzelnen: Studie: Werbung finanziert die Internetpiraterie weiterlesen