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Game of Thrones: 90 Mio. mal illegal

Nach Angaben der im Anti-Piraterie-Bereich tätigen Firma Muso wurde die Episode 1 der aktuellen siebten Game of Thrones Serie in den ersten 3 Tagen über 90 Millionen Mal illegal bezogen.

Vertriebswege:
77,9 Mio. Streaming
8,3 Mio. Tauschbörsen (zzgl. 0,5 Mio. private Tracker)
4,9 Mio. Downloads

Länder mit der meisten illegalen Nutzung:
15,1 Mio. USA
6,2 Mio. Großbritannien
4,9 Mio. Deutschland
4,3 Mio. Indien
4,3 Mio. Indonesien

Legal soll die Serie 16 Millionen Mal gesehen worden sein.

http://www.businessinsider.de/game-of-thrones-season-7-episode-1-pirated-90-million-times-muso-2017-7?r=US&IR=T

http://variety.com/2017/tv/news/game-of-thrones-season-7-premiere-ratings-1202497751/

EUGH: Auch Plattformen können Urheberrechte verletzen

Nach einem Urteil des EUGH kann die Bereitstellung und das Betreiben einer Plattform für das Online-Filesharing geschützter Werke wie „The Pirate Bay“ eine Urheberrechtsverletzung darstellen.
Auch wenn die betreffenden Werke von den Nutzern der Filesharing-Plattform online gestellt werden, spielen die Betreiber beim Zurverfügungstellen dieser Werke eine zentrale Rolle.

Brein, eine niederländische Stiftung, die die Interessen der Inhaber von Urheberrechten wahrnimmt, hatte bei den niederländischen Gerichten beantragt, die Internetzugangsprovidern Ziggo und XS4ALL zu verpflichten, die Domainnamen und die IP-Adressen von „The Pirate Bay“ zu sperren.
Der mit dem Rechtsstreit befasste Hoge Raad der Nederlanden (Oberster Gerichtshof der Niederlande) hat beschlossen, den Gerichtshof zur Auslegung der Urheberrechtsrichtlinie der Union2 zu befragen. Der Hoge Raad möchte im Wesentlichen wissen, ob eine Filesharing-Plattform wie „The Pirate Bay“ eine „öffentliche Wiedergabe“ im Sinne der Richtlinie vornimmt und daher gegen das Urheberrecht verstoßen kann:

„In seinem heutigen Urteil entscheidet der Gerichtshof, dass die Bereitstellung und das Betreiben einer Online-Filesharing-Plattform tatsächlich als eine Handlung der Wiedergabe im Sinne der Richtlinie anzusehen ist.
Er weist zunächst auf seine frühere Rechtsprechung in diesem Bereich hin, aus der hervorgeht, dass grundsätzlich jede Handlung, mit der ein Nutzer in voller Kenntnis der Sachlage seinen Kunden Zugang zu geschützten Werken gewährt, eine „Handlung der Wiedergabe“ im Sinne der Richtlinie darstellen kann.
Im vorliegenden Fall steht fest, dass urheberrechtlich geschützte Werke über „The Pirate Bay“ Nutzern dieser Plattform derart zur Verfügung gestellt werden, dass diese an Orten und zu Zeiten ihrer Wahl dazu Zugang haben können.“
Der Gerichtshof räumt zwar ein, dass die geschützten Werke durch die Nutzer online gestellt wurden. Gleichwohl spielen die Betreiber der Plattform beim Zurverfügungstellen dieser Werke eine zentrale Rolle. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Torrent-Dateien durch die Betreiber der Plattform indexiert werden, damit die Werke, auf die diese Torrent-Dateien verweisen, von den Nutzern leicht aufgefunden und heruntergeladen werden können. Zusätzlich zu einer Suchmaschine schlägt „The Pirate Bay“ ferner auf der Art der Werke, ihrem Genre oder ihrer Popularität basierende Kategorien vor. Außerdem löschen die Betreiber veraltete oder fehlerhafte Torrent-Dateien und filtern aktiv bestimmte Inhalte.
Der Gerichtshof hebt auch hervor, dass die fraglichen geschützten Werke tatsächlich öffentlich wiedergegeben werden.
Ein bedeutender Teil der Abonnenten von Ziggo und XS4ALL hat nämlich Mediendateien über „The Pirate Bay“ heruntergeladen. Aus den beim Gerichtshof eingereichten Erklärungen geht ebenfalls hervor, dass diese Plattform von einer beträchtlichen Zahl von Personen genutzt wird (auf der Online-Plattform werden mehrere zehn Millionen Nutzer angegeben).
Die Betreiber von „The Pirate Bay“ wurden zudem darüber informiert, dass ihre Plattform Zugang zu Werken gewährt, die ohne Zustimmung der Rechtsinhaber veröffentlicht wurden. Ferner tun die Betreiber in den auf dieser Plattform verfügbaren Blogs und Foren ausdrücklich ihr Ziel kund, den Nutzern geschützte Werke zur Verfügung zu stellen, und animieren diese dazu, Kopien dieser Werke zu erstellen. Jedenfalls geht aus der Entscheidung des Hoge Raad hervor, dass die Betreiber von „The Pirate Bay“ nicht verkennen können, dass die Plattform Zugang zu Werken gewährt, die ohne Zustimmung der Rechtsinhaber veröffentlicht wurden.
Schließlich wird eine Plattform wie „The Pirate Bay“ mit dem Ziel bereitgestellt und betrieben, daraus einen Gewinn zu erzielen, da diese Plattform, wie aus den beim Gerichtshof eingereichten Erklärungen hervorgeht, beträchtliche Werbeeinnahmen generiert.“
[EuGH, 14. Juni 2017, C-610/15]

https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2017-06/cp170064de.pdf

Großbritannien: Fast 5 Millionen Briten nutzen illegale Streaming-Boxen oder Apps

Laut der YouGov-Studie „Illegal Streaming“ nutzen in Großbritannien 4,9 Millionen erwachsene Bürger Piraterie-Angebote über illegal modifizierte Kodiboxen, Amazon Fire TV Chipped Sticks oder illegale Streaming-Apps für Handy und Tablet.

830.000 Personen haben deshalb schon mindestens ein Pay-TV-Abo gekündigt, weitere haben dies vor (da je Haushalt mehrere Personen ein Abo nutzen, ist die Anzahl der insgesamt gekündigten Abos niedriger).

Etwa 2,6 Millionen Briten können sich vorstellen, künftig solche illegalen Streaming-Angebote zu nutzen.

https://yougov.co.uk/news/2017/04/20/almost-five-million-britons-use-illegal-tv-streami/

USA: Reiche eBook-Piraten

Eine Online-Umfrage der Marktforscher von Nielsen in den USA zeigt:

42 Prozent der Befragten haben sich in den vergangenen 12 Monaten mindestens ein eBook gekauft.

22 Prozent haben sich in den letzten 12 Monaten mindestens ein eBook illegal besorgt.

Von diesen sind:

  • 66 Prozent sind männlich.
  • 88 Prozent sind zwischen 18 und 34 Jahre alt.
  • 72 Prozent haben mindestens einen College-Abschluss.
  • 36 Prozent verdienen zwischen 60.000 und 99.000 US-Dollar im Jahr. Weitere 29 Prozent sogar über 100.000 US-Dollar/Jahr.

Der Schaden durch die illegalen Downloads wird auf 315 Millionen US-Dollar geschätzt.

https://www.digimarc.com/resources/ebook-piracy-study

36 % nutzen illegales Online-Glücksspiel

Nach einer aktuellen Befragung der Smartcon GmbH haben 36 % der Befragten (nicht reräsentativ) in den letzten 12 Monaten online um Geld gespielt, entweder Poker, Black Jack, Baccara, Roulette oder Automatenspiele.
Nur 5 – 7 % sind sich bewusst, dass die Teilnahme am Online-Glücksspiel um Geld überwiegend verboten ist.
Durchschnittlich wurden 18,42 € pro Spielsession „investiert“.

http://www.loewen-gruppe.de/fileadmin/user_upload/Pressemitteilungen/smc_loe_GlueSpieBa_Onlinegaming__02_03_2017_.pdf

Frankreich: Neue Zahlen zur Piraterie

Nach einer Studie der Beratungsfirma EY Consultancy nutzten 2016 rund 13 Millionen französische Internetnutzer illegal urheberrechtlich geschützten Content im Internet. Das sind rund 27 Prozent aller Nutzer.
Die Anzahl der Nutzer entspricht in etwa der des Vorjahres.
Die steigende Anzahl legaler Alternativen scheint somit keinen Einfluss auf die Menge der Piraterienutzer zu haben.

8,4 Millionen Personen nutzten direkte Downloads, 6,8 Millionen illegale Streaming-Angebote und 4,1 Millionen Tauschbörsen (P2P).

Der Schaden durch illegale Downloads und TV-Piraterie lag 2016 bei 1,35 Milliarden Euro. Am stärksten betroffen waren die DVD-, die Video-on-Demand- und die Pay-TV-Branche.

http://www.kontakter.de/internationale_news/27_prozent_der_franzoesischen_onliner_nutzen_illegalen_content

http://www.ey.com/fr/fr/newsroom/news-releases/ey-communique-de-presse-piratage-de-contenus-audiovisuels

Datenbankauszug ermöglicht Einsicht in einen Pirateriehoster

Tarnkappe berichtet über eine anonym zugespielten Datenbank des Share- und Videohosters HDStream.to:

Von fast 50.000 Kunden liegen die E-Mail-Adressen vor. 50% der Kunden sind deutschsprachig, 40% englischsprachig, keineswegs alle zahlen für die Nutzung.

Während die Umsatzangaben nicht eindeutig sind – der Gastautor vermutet 120.000 € seit 2014 – wurden nur 1.300 € an vier Uploader ausgezahlt. Wer die anderen Uploads getätigt hat bleibt offen. Man hat auch Inhalte gefunden, die aus Tauschbörsen stammen.
Die Datenbank gibt zudem Auskunft über die angebotenen Inhalte die bei HDStream lagern. Neben Filmen, 100.000 Musiktiteln auch 1.000 Titel mit in Deutschland verbotener Pornografie (Zoophilie).

Zudem liegt der E-Mailverkehr vor. Darunter Löschbegehren einer Pornodarstellerin, welche sich aber als nicht nachhaltig erwiesen haben. Ihre Produkte sind immer noch bei HDStream zu finden. In einer anonymen Mail werden Dienste zur Verschleierung der Geschäftsinhaber angepriesen. Andere versuchen Werbedeals zu vereinbaren, so zum Beispiel das Werbenetzwerk wwwpromotor, die sich zudem einer Zusammenarbeit mit anderen Piraterieseiten rühmen.

https://tarnkappe.info/inside-hdstream-to-no-copyright-rocks/

Großbritannien: Neue Zahlen zur illegalen Nutzung

Das britische Intellectual Property Office (IPO) hat eine neue Studie vorgelegt, aus der einige Kennziffern zur Nutzung illegaler Inhalte zu entnehmen sind. Aus der Zusammenfassung:

  • 15% der UK-Internetnutzer ab 12 Jahren haben in den Monaten März bis Mai mindestens einen Artikel illegal bezogen. Wenn man nur die Internet-Nutzer berücksichtigt, die auch Medieninhalte beziehen, haben sogar 25 % mindestens einen Artikel illegal bezogen.
  • 5% aller Internetnutzer, beziehen Medieninhalte nur aus illegalen Quellen.
  • In den drei Monaten wurden 78 Millionen Music Tracks illegal bezogen.
  • Hauptgrund für den Bezug illegaler Inhalte: kostenlos (49%); gefolgt von bequem (45%) und schnell (42%).

“Online Copyright Infringement Tracker – Latest wave of research Mar 16 – May 16 – Overview and key findings” von Kantar Media im Auftrag des Intellectual Property Office
https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/534571/OCI-tracker-6th-wave-March-May-2016.pdf

Mega Transparency Report: Löschzeiten / Maßnahmen

Im aktuellen Transparenzbericht des Hoster Mega (mega.co.nz) finden sich einige interessante Angaben zum Umgang des Hosters mit urheberrechtsverletzenden Inhalten.

Mega behauptet maximal 4 Stunden nach dem Erhalt eines Hinweises zu löschen. In der Regel sei man aber noch schneller. Zum Vergleich: Google löscht durchschnittlich binnen 6 Stunden.

Mega hat 29.213 Kunden gesperrt, zu deren Dateien Mega mindestens 5 Löschaufforderungen erhalten hat. Was mit den restlichen Dateien dieser Nutzer geschieht, wird nicht berichtet. Mega Transparency Report: Löschzeiten / Maßnahmen weiterlesen