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Großbritannien: Pornoanbieter entwickeln Altersverfikation

Aufgrund des Ende April 2017 verabschiedeten „Digital Economy Act 2017“ darf in Großbritannien ab Mai 2018 Pornographie im Internet nur noch an Erwachsenen übermittelt werden.

Laut eines Presseberichts entwickelt einer der größten Pornographieanbieter, Mindgeek aus Luxemburg, nun ein Altersverifikationssystem (AgeID), welches in Großbritannien eingesetzt werden soll.

In Deutschland darf Pornographie schon seit Jahren nur an Erwachsene übermittelt werden. Da aber u.a. die zuständige KJM nichts unternimmt, können die Pornographieanbieter deutsche Kunden problemlos erreichen.
In Großbritannien wird der British Board of Film Classification (BBFC) zuständig sein. Dieser will sich zwar erstmals die 50 größten Anbieter vornehmen. Die Androhung scheint aber so glaubhaft zu sein, dass die Anbieter reagieren. Großbritannien: Pornoanbieter entwickeln Altersverfikation weiterlesen

KJM will nicht gegen Naziseite vorgehen

Nach einem Bericht der Medienkorrespondenz hat KJM-Chef Andreas Fischer es am 8. März nicht geschafft, die anderen Kommissionsmitglieder davon zu überzeugen, gegen das von den USA aus betriebene Online-Portal nsdap.info vorzugehen. Die Seite ist seit Jahren von der Bundesprüfstelle indiziert.

Fischer wollte wohl mehrstufig vorgehen. Erst gegen den Betreiber und dann, wenn nötig, gegen den Hoster aus Kalifornien. Da zu erwarten war, dass diese Maßnahmen erfolglos geblieben wären, wollte Fischer dann als letztes Mittel den Abruf der Webseite nsdap.info von Deutschland aus sperren.

Da er dafür keine Unterstützung erhielt, hat Andreas Fischer am 9. März den Rücktritt aus der KJM zum 31.3. angekündigt. Er habe in einer „für ihn wichtigen Sachfrage keine Unterstützung erhalten“.

Anscheinend wollte keines der anderen Kommissionsmitglieder den Weg einer Sperre mitgehen. Dabei ist eine Sperrverfügung als letztes Mittel vom BGH im Bereich Urheberrecht anerkannt und auch vom Gesetzgeber im Rundfunkstaatsvertag vorgesehen.

http://www.medienkorrespondenz.de/politik/artikel/fehlender-rueckhalt-kjm-chef-andreasnbspfischer-gibt-seinnbspamtnbspab.html

Mitglieder der KJM (inkl. Stellvertreter):
http://www.kjm-online.de/die-kjm/organisation/mitglieder.html

KJM fordert bessere Filter

Stagnation lautet das Fazit des aktuellen Filtertests, den jugendschutz.net zum neunten Mal im Auftrag der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) durchführte.

Die Programme von JusProg und Telekom zeigten zwar niedrigere Fehlerquoten als die meisten anderen Filter, die zur Ermittlung des Stands der Technik überprüft wurden, erfüllten aber noch nicht die Erwartungen der KJM. Nur bei pornografischen Websites waren die Filterquoten befriedigend, bei Gewaltdarstellungen oder Rassismus wurde jedes zweite Angebot falsch behandelt.

Davon unabhängig muss die Entwicklung von Lösungen für Social-Media-Plattformen wie YouTube oder Facebook vorangetrieben werden. Bislang können diese nur komplett blockiert oder frei geschaltet werden.

„Wir müssen die Anstrengungen verstärken, den technischen Jugendschutz zu verbessern“, fordert der KJM-Vorsitzende Schneider. „Ein Hochtechnologieland, das Milliarden für bessere Internetanbindung investiert, muss auch in der Lage sein, bestmögliche und einfach zu bedienende Schutzmechanismen zu entwickeln.“

www.kjm-online.de/service/pressemitteilungen/detailansicht/article/kjm-pressemitteilung-012015-jugendschutzfilter-halten-nicht-schritt-mit-der-internetentwicklung.html