Schlagwort-Archive: Kinderpornographie

Usenet inzwischen wichtig(st)er Verbreitungsweg für Kinderpornographie

Nach einem Bericht von eco ist die Anzahl der Meldungen von Kinder- und Jugendpornographie stark gestiegen. Im ersten Halbjahr 2016 gab es mit 27.604 Meldungen fast so viele Meldungen wie im Jahr 2015 (30.433). (In den Meldungen sind auch 3 % Posingdarstellungen.)
Diese Inhalte machen mit einem Anteil von 75% auch den Großteil aller berechtigten Beschwerden aus (Vorjahr 87%).

Dabei wird deutlich, dass das Usenet inzwischen zu dem Verbreitungsweg geworden ist, bei die meisten Beschwerden erfolgen. 94,8 % der Meldungen beziehen sich auf das Usenet (Vorjahr 93,6%). Zweitwichtigster Verbreitungsweg sind Internetseiten (www) mit 3,8% der Meldungen (Vorjahr 5,6 %).

Schweiz: Erste Provider versprechen Kinderpornographie zu sperren – freiwillig!

Asut, der führende Verband der Telekommunikationsbranche in der Schweiz, hat eine neue Brancheninitiative Jugendmedienschutz
vorgestellt, der sich inzwischen vier Provider angeschlossen haben, nämlich Salt, Sunrise, Swisscom und UPC.

Im Rahmen der Maßnahmen, die bis Ende des Jahres umgesetzt sein sollen, befindet sich auch das Versprechen, in Zusammenarbeit mit Kobik den Zugang zu Kinderpornografie zu sperren.

Kobik ist die Schweizerische Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität, die bei der Bundeskriminalpolizei (BKP) angegliedert ist.

https://asut.ch/asut/media/20160610_mm_brancheninitiative_jugendmedienschutz.pdf?id=234&type=document

Frankreich: Gesetz ermöglicht weitere Internetsperren

Ab sofort können französischen Behörden Internetseiten mit terroristischen oder kinderpornografischen Inhalte sperren lassen. Die Provider müssen die Sperre 24 Stunden nach der Aufforderung durch die Bundespolizei umsetzen. Die gesperrten Seiten sollen quartalsweise kontrolliert werden, um festzustellen, ob die Sperre weiterhin nötig ist.

www.legifrance.gouv.fr/eli/decret/2015/2/5/INTX1502813D/jo/texte

www.golem.de/news/frankreich-internetsperren-auch-fuer-terroristische-inhalte-1502-112235.html

TOR: Anonymität für Kindesmissbrauch

TOR-Aktivisten betrachten den Anonymisierungsdienst als wesentliche Unterstützung der Meinungsfreiheit und betonen gerne die Wichtigkeit des Projekts für Menschen, die in Staaten leben, wo die Presse- und Menschenrechte stark eingeschränkt ist.

 

Eine Studie von Dr Gareth Owen, University of Portsmouth, der mit seinem Team 40 Tor-Relays betrieben und deren Datenverkehr ausgewertet hat, zeigt nun wofür TOR wirklich genutzt wird:

 

Die Wissenschaftler haben die Art des Angebots der ca. 45.000 Websites im Darknet ausgewertet und deren Nutzung abgeschätzt:

  • Whistelblower machen 5% der Seiten aus, aber nur 0,1 % des Verkehrs im Darknet.
  • Drogen sind das Thema von 24 % der Seiten und sorgen für 5 % des Verkehrs.
  • Der sexuelle Missbrauch von Kindern macht 2 % des Angebots aus, sorgt aber für über 80 % des Verkehrs.

 

www.theguardian.com/technology/2014/dec/31/dark-web-traffic-child-abuse-sites

http://darkwebnews.com/videos/dr-gareth-owen-tor-attacks-countermeasures/

www.heise.de/newsticker/meldung/31C3-Kinderpornografie-im-Tor-Netzwerk-stark-nachgefragt-2507444.html

 

 

Sweeties Kampf gegen Webcam-Prostitution von Kindern

Mitarbeiter der Kinderschutzorganisation Terre des Hommes haben mit einer virtuellen 10jährigen Philippin 1.000 Personen aus 65 Ländern ermittelt, die mit dieser vermeintlich Minderjährigen Webcam-Sex haben wollten.

Die entsprechenden Ermittlungsergebnisse wurden vor knapp einem Jahr den nationalen Behörden übergeben. Inzwischen gibt es eine erste bekannt gewordene Verurteilung in Australien. Sweeties Kampf gegen Webcam-Prostitution von Kindern weiterlesen

Löschung von Kinderpornographie erlaubt keine Bewertung

In der aktuellen Unterrichtung durch die Bundesregierung über die im Jahr 2013 ergriffenen Maßnahmen zur Löschung von Telemedienangeboten mit kinderpornografischem Inhalt wird deutlich, dass gemeldete Inhalte im Inland zu 100% binnen 2 Wochen und im Ausland (bereinigt) zu 94 % binnen 4 Wochen gelöscht werden.

Zudem ist erstmals ein Rückgang der bearbeiteten Fälle zu verzeichnen (3.504 URL in 2013 zu 4.127 URL im Vorjahr). Ob man daraus wie von Netzpolitik.org propagiert „Löschen statt Sperren funktioniert!“ machen darf, bleibt aber ungeklärt. Löschung von Kinderpornographie erlaubt keine Bewertung weiterlesen