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Mehr Kinderpornografie auf europäischen Servern

Nach einer Studie der Internet Watch Foundation (IWF) finden sich rund sechzig Prozent der kinderpornografischen Inhalte auf europäischen Servern und somit 20 % mehr als im Vorjahr. Dabei sollen sich innerhalb Europas die meisten kinderpornografischen Inhalte auf Servern in den Niederlanden befinden.
Der IWF vermutet, dass eine engere Kooperation zwischen US-Providern und dortigen Behörden für einen deutlichen Rückgang in den USA und in Kanada geführt hat.

http://derstandard.at/2000055291434/Studie-Server-in-Europa-ploetzlich-zentral-fuer-Kinderpornografie

Googles führende Rolle als Pirateriehoster

In einem Bericht von TorrentFreak wird verdeutlich, wie sich Google, neben direkt auf YouTube abspielbaren Raubkopien,  immer stärker in die Verbreitung von Raubkopien einbinden lässt.
Dazu laden die „Nutzer“ die Raubkopie als privates Video auf YouTube und nutzen dann den entsprechenden Link auf einer Streamingseite auf welcher der Film dann als eingebettetes Video abspielbar ist.
Im Ergebnis sind die Filme nicht auf YouTube zu finden, werden aber von dort abgespielt. Möglich ist dies, weil Google die eigene Schutzmaßnahme, die Content-ID, nicht bei „privaten“ Videos nutzt.
Der Mechanismus wird inzwischen auch von Pornografieanbietern genutzt, obwohl YouTube ansonsten sehr rigide gegen Pornografie vorgeht.
TorrentFreak hat Google bereits vor mehreren Wochen darauf angesprochen, getan hat sich nichts, es gab nicht einmal ein offizielles Statement.
Nach Meinung von TorrentFreak is Google “ also becoming a primary source for pirate streaming sites, generating millions of views per day”.

https://torrentfreak.com/porn-pirate-sites-use-backdoor-to-host-videos-on-youtube-170114/

In Deutschland hatte u.a. FDS bereits mehrfach auf die Rolle von Google als Pirateriehoster hingewiesen:
http://www.webschauder.de/google-beliefert-raubkopieportale/

Datenbankauszug ermöglicht Einsicht in einen Pirateriehoster

Tarnkappe berichtet über eine anonym zugespielten Datenbank des Share- und Videohosters HDStream.to:

Von fast 50.000 Kunden liegen die E-Mail-Adressen vor. 50% der Kunden sind deutschsprachig, 40% englischsprachig, keineswegs alle zahlen für die Nutzung.

Während die Umsatzangaben nicht eindeutig sind – der Gastautor vermutet 120.000 € seit 2014 – wurden nur 1.300 € an vier Uploader ausgezahlt. Wer die anderen Uploads getätigt hat bleibt offen. Man hat auch Inhalte gefunden, die aus Tauschbörsen stammen.
Die Datenbank gibt zudem Auskunft über die angebotenen Inhalte die bei HDStream lagern. Neben Filmen, 100.000 Musiktiteln auch 1.000 Titel mit in Deutschland verbotener Pornografie (Zoophilie).

Zudem liegt der E-Mailverkehr vor. Darunter Löschbegehren einer Pornodarstellerin, welche sich aber als nicht nachhaltig erwiesen haben. Ihre Produkte sind immer noch bei HDStream zu finden. In einer anonymen Mail werden Dienste zur Verschleierung der Geschäftsinhaber angepriesen. Andere versuchen Werbedeals zu vereinbaren, so zum Beispiel das Werbenetzwerk wwwpromotor, die sich zudem einer Zusammenarbeit mit anderen Piraterieseiten rühmen.

https://tarnkappe.info/inside-hdstream-to-no-copyright-rocks/

Eco, Internetverband auch für Piraterie Dienstleister

Eco, nach eigenen Angaben der größte europäische Verband für die Internetwirtschaft, kämpft vehement gegen jegliche rechtliche Verantwortung der Internetprovider. Wer in die Mitgliederliste schaut, weiß wieso. Zu den eco-Mitgliedern gehören die wichtigsten Dienstleister der Piraterie:

  • Cloudflare (auch crimeflare genannt), USA: Content Delivery Network über welches beispielsweise 9 der Top 10 Portale für Sharehoster laufen.
  • Cyando, Schweiz: Betreiber des wohl wichtigsten Sharehostingangebots Uploaded, leistet laut Landgericht München Beihilfe bei Urheberrechtsverletzungen.
  • Dancom, Belize: Content-Delivers Network / Hoster für das wichtigste Videohosterportal bs.to.
  • OVH, Frankreich: Hier liegen drei der 10 wichtigsten Sharehoster, nämlich Zippyshare.com, filer.net und megacache.net.
  • Voxility, Rumänien: Hoster für den wichtigsten Videohoster streamcloud.eu.
  • M247, Großbritannien: Über aus breites Angebot mit Top 5 Sharehosterportal movie-blog.org, Top 10 Videohostern thevideo.me und openload.co sowie PromptFile.com und VidBull.com.
  • Leaseweb, Niederlande: Hoster für den Top 5 Videohoster shared.sx.

Dazu kommen weitere Mitglieder die piraterienahen Hostern Speicherplatz und Internetanbindung ermöglichen, zum Beispiel:

  • Akami mit cyberlocker.ch und UltraMegabit.com.
  • Hetzner GmbH mit fileshark.pl.
  • Link11 mit easybytez.com.
  • Nforce mit uploadable.ch und FileParadox.in.
  • Plusserver mit Uploadbaz.com.
  • Serverius mit OzOfiles.com.

Illegales Sportstreaming

Unter dem Titel „Wie gefährlich ist LiveTV.sx ?“ berichtet Tarnkappe über das System des illegalen Sportstreamings.
Im Focus die Finanzierung durch Werbung, die Unterstützung durch europäische Hoster, die Untätigkeit von Teilen der
Werbewirtschaft und die Sprachlosigkeit der Deutschen Fußball Liga.
https://tarnkappe.info/wie-gefaehrlich-ist-livetv-sx/

Ergänzend dazu das Vice-Interview “Die Jäger illegaler Streams” mit  Sascha Tietz, „Director Anti-Piracy & Content Security“, und Thomas Stahn „Head of Anti-Piracy / Legal Affairs“ von SKY.
https://sports.vice.com/de_de/article/die-jaeger-illegaler-streams

Cyberkriminelle lieben Deutsche Hoster

Cyberkriminelle nutzen immer stärker deutsche Hoster zum Verteilen ihrer Schadsoftware.
Nach Angaben des DNS Threat Index des Sicherheitsspezialisten Infoblox waren deutsche Hoster im letzten Quartal 2015 zweitwichtigster Speicherplatz für neu entdeckte schädliche Domains.
1.) USA (72 Prozent)
2.) Deutschland (19,7 Prozent)
3.) Türkei (1,8 Prozent)
4.) Irland (1,79 Prozent)
5.) Schweiz (1,27 Prozent)

www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Hoster-vermehrt-im-Fokus-von-Cyberkriminellen-3151832.html

Videohoster Movreel schließt

Der Videohoster Movreel, der auch bei Kinox und Movie4k eingesetzt wird, soll eingestellt werden, da die genutzte Bandbreite wohl zu groß (oder nicht finanzierbar) ist.

Offiziell lautet die Begründung: „Site will close in next couple of days, thanks to XBMC/KODI bandwidth consumption its no longer viable to run this website. Affilates can put a payout request and we will clear the payments by 30th July. „

 

EGMR zur Haftung für Inhalte Dritter

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in einem Urteil entschieden, dass Betreiber von kommerziellen Online-Foren für Kommentare Dritter verantwortlich sein können und dann auch Schadensersatz leisten müssen.

Eine allgemeine Überwachungspflicht sieht das Gericht nicht. Die Beklagte habe aber nicht schnell genug gehandelt. Insbesondere habe der Betreiber die vorhandenen technischen Möglichkeiten der Kontrolle nicht ausreichend genutzt.

Die netzaffinen Berichte sehen in dem Urteil nur eine Einzelfallentscheidung. Dies darf bezweifelt werden, da auch in Deutschland bei Verstößen von kommerziellen Anbietern Sicherungsmaßnahmen gefordert werden können (zum Beispiel Wortfilter oder Linkkontrollen bei Sharehostern). Der nächste Schritt zum Schadensersatz wegen nicht ausreichender Nutzung dieser technischen Möglichkeiten dürften nun leichter fallen.

http://hudoc.echr.coe.int/sites/eng/pages/search.aspx?i=001-155105#{„languageisocode“:[„ENG“],“appno“:[„64569/09″],“documentcollectionid2“:[„GRANDCHAMBER“],“itemid“:[„001-155105“]}

www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/gerichtshof-urteilt-zu-beleidigungen-in-nutzerforen-a-1039058.html#ref=nl-dertag

https://netzpolitik.org/2015/urteil-des-egmr-plattformbetreiber-sollen-mit-schadensersatz-fuer-kommentare-haften/

Mega Transparency Report: Löschzeiten / Maßnahmen

Im aktuellen Transparenzbericht des Hoster Mega (mega.co.nz) finden sich einige interessante Angaben zum Umgang des Hosters mit urheberrechtsverletzenden Inhalten.

Mega behauptet maximal 4 Stunden nach dem Erhalt eines Hinweises zu löschen. In der Regel sei man aber noch schneller. Zum Vergleich: Google löscht durchschnittlich binnen 6 Stunden.

Mega hat 29.213 Kunden gesperrt, zu deren Dateien Mega mindestens 5 Löschaufforderungen erhalten hat. Was mit den restlichen Dateien dieser Nutzer geschieht, wird nicht berichtet. Mega Transparency Report: Löschzeiten / Maßnahmen weiterlesen

Coppersurfer: Auskunftsrechte zu Torrent-Tracker

Bei Verletzungen des Urheberrechtes haben Rechteinhaber die Möglichkeit von Dienstleistern der illegalen Angebote Auskünfte über den Täter zu verlangen.
Bezüglich des BitTorrent-Trackers Coppersurfer wurde dieses Recht von der niederländischen Anti-Piraterieorganisation BREIN genutzt. Nach der Klage zog der Tracker nach Deutschland um zu der in Hürth ansässigen PlusServer AG. Diese wurde nun wohl vom LG Hamburg zur Auskunft verpflichtet.
Diesmal zog nicht die Seite um, sondern sie bekam einen neuen Besitzer: Stand 12.6.2015 liegt die Seite weiterhin bei PlusServer und gehört der griechischen Piratenpartei.

coppersurfer

Da nun die Beteiligten bekannt sind dürften sich die Auskunftsverfahren erledigt haben. Spannend werden die nächsten Schritte.

www.gulli.com/news/26128-piratenpartei-uebernimmt-bittorrent-portal-coppersurfer-2015-06-11

www.webschauder.de/niederlande-hoster-kuendigt-einem-der-groessten-bittorrent-tracker/

Jugendschutz.net: Jahresbericht 2104

Jugenschutz.net hat einen auch in diesem Jahr überaus lesenswerten Jahresbericht veröffentlicht, aus dem wir eine kleine Auswahl vorstellen und kommentieren:

  • Allein bei Instagram fand jugendschutz.net unter dem Hashtag #anabuddy mehr als 90.000 Beiträge, über die Hungerpartner gesucht wurden.
  • WhatsApp: Viele User stellen ihre ID öffentlich ins Social Web und schaffen damit ein Einfallstor für Belästigungen, Spam oder Nachrichten mit schockierenden Inhalten. Nicht selten fand jugendschutz.net freizügige Fotos, die vermeintlich privat an WhatsApp Kontakte versendet wurden, auf zwielichtigen Seiten im Social Web wieder.

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