Archiv der Kategorie: Martktforschung

Marken- und Internetpiraterie verursacht 83 Mrd. Schaden in der EU

Nach mehreren Studien im Auftrag der EUIPO (European Union Intellectual Property Office) kommt diese zu dem Ergebnis, dass Marken- und Produktpiraterie in der EU einen jährlichen Schaden in Höhe von 83. Mrd. Euro verursachen.
48 Mrd. sind direkte Umsatzverluste und weitere 35 Mrd. Schaden erfolgen als indirekte Effekte, meiste Schäden bei Lieferanten.
Zudem gehen jedes Jahr 790.000 Jobs verloren.
Allerdings umfasst die Untersuchung gar nicht alle betroffenen Märkte, sondern beschränkt sich auf: cosmetics and personal care; clothing, footwear and accessories; sports goods; toys and games; jewellery and watches; handbags; recorded music; spirits and wine; and pharmaceuticals.

https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/web/observatory/news?p_p_id=csnews_WAR_csnewsportlet&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-1&p_p_col_count=2&journalId=3361118&journalRelatedId=manual/

Usenet inzwischen wichtig(st)er Verbreitungsweg für Kinderpornographie

Nach einem Bericht von eco ist die Anzahl der Meldungen von Kinder- und Jugendpornographie stark gestiegen. Im ersten Halbjahr 2016 gab es mit 27.604 Meldungen fast so viele Meldungen wie im Jahr 2015 (30.433). (In den Meldungen sind auch 3 % Posingdarstellungen.)
Diese Inhalte machen mit einem Anteil von 75% auch den Großteil aller berechtigten Beschwerden aus (Vorjahr 87%).

Dabei wird deutlich, dass das Usenet inzwischen zu dem Verbreitungsweg geworden ist, bei die meisten Beschwerden erfolgen. 94,8 % der Meldungen beziehen sich auf das Usenet (Vorjahr 93,6%). Zweitwichtigster Verbreitungsweg sind Internetseiten (www) mit 3,8% der Meldungen (Vorjahr 5,6 %).

Neuer “Rekord” bei “The Walking Dead”

Der Start der nun siebten „The Walking Dead“-Staffel hatte am Sonntag 17 Mio. US-Zuschauer. Gleichwohl wurde die Startepisode nach Angaben deutschen Piraterie-Trackingspezialisten Tecxipio in den ersten 24 Stunden insgesamt 600.544 mal heruntergeladen und somit häufiger als die letztjährige Staffelpremiere mit 569.772 illegalen Zugriffe binnen der ersten 24 Stunden.
Die Zahlen beziehen sich aber nur auf Tauschbörsennutzungen, Streamings über illegale Videohoster sind darin nicht enthalten.

http://variety.com/2016/tv/news/walking-dead-leads-illicit-downloads-1201900509/

Studie: Werbung finanziert die Internetpiraterie

Eine aktuelle Studie zur Werbefinanzierung von Piraterieseiten kommt zu dem Ergebnis, dass die in Deutschland meistbesuchten Internetseiten zur illegalen Verbreitung von Medieninhalten jährlich alleine durch deutsche Nutzer über 33 Mio. Euro einnehmen.
Die mit Abstand meisten Werbeanzeigen gehen auf die Internet-Glücksspielbranche zurück (22,3 Prozent), die zumeist mit Lizenzen aus Deutschland (Schleswig-Holstein), Malta oder Gibraltar agiert. Gefolgt von den Browsergameanbietern (12,1 Prozent), teils auch aus Deutschland. Werbung seriöser Markenartikler ist dagegen eher selten zu finden.

Die aktuelle Studie der FDS File Defense Service zur Werbefinanzierung von Piraterieseiten hat im Beobachtungszeitraum Juli 2016 die Werbung auf den mehr als 50 bedeutendsten Internetseiten zur illegalen Verbreitung filmischer Inhalte systematisch erfasst und im vorliegenden Bericht aufgeführt. Im Einzelnen: Studie: Werbung finanziert die Internetpiraterie weiterlesen

Musikpiraterie: Ripping statt Download

Der im Auftrag der IFPI von IPSOS verfasste “Music Consumer Insight Report 2016“ zeigt deutlich das Piraterie für die Musikbranche weiterhin ein großes Problem ist: Im Durchschnitt beziehen 35 Prozent der Nutzer nicht lizensierte Musik. Wichtigste Bezugsquelle dabei nicht mehr der Download sondern das „streamripping“, also der unerlaubte Mitschnitt von Musik zum Beispiel bei Youtube. Bei den 16 bis 24-Jährigen machen dies 49 Prozent.

http://www.ifpi.org/news/IFPI-and-Ipsos-publish-Music-Consumer-Insight-Report-2016

Großbritannien: Neue Zahlen zur illegalen Nutzung

Das britische Intellectual Property Office (IPO) hat eine neue Studie vorgelegt, aus der einige Kennziffern zur Nutzung illegaler Inhalte zu entnehmen sind. Aus der Zusammenfassung:

  • 15% der UK-Internetnutzer ab 12 Jahren haben in den Monaten März bis Mai mindestens einen Artikel illegal bezogen. Wenn man nur die Internet-Nutzer berücksichtigt, die auch Medieninhalte beziehen, haben sogar 25 % mindestens einen Artikel illegal bezogen.
  • 5% aller Internetnutzer, beziehen Medieninhalte nur aus illegalen Quellen.
  • In den drei Monaten wurden 78 Millionen Music Tracks illegal bezogen.
  • Hauptgrund für den Bezug illegaler Inhalte: kostenlos (49%); gefolgt von bequem (45%) und schnell (42%).

“Online Copyright Infringement Tracker – Latest wave of research Mar 16 – May 16 – Overview and key findings” von Kantar Media im Auftrag des Intellectual Property Office
https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/534571/OCI-tracker-6th-wave-March-May-2016.pdf

Livestream = Trojaner

Unter dem Titel „Ein Schuss, ein Tor, ein Trojaner“ beschreibt die Zeit das System des illegalen Sportstreamings.
Basis des Artikels ist eine Studie aus den USA und den Niederlanden, die 23.000 Websites auf mehr als 5.300 Domains untersuchte und dabei 830.000 Mal einzelne Streams abrief. Das Ergebnis: Schadsoftware auf fast 50 Prozent aller untersuchten Seiten.

60 Prozent aller untersuchten Streams liefen über Medienserver von fünf Unternehmen aus Belize, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz.

http://www.zeit.de/digital/internet/2016-06/livestreams-fussball-em-illegal-schadsoftware/komplettansicht

Studie zur Nutzung von Bitcoin

Das österreichischen Sicherheitsforschungszentrums SBA Research, hat die Nutzung der Kryptowährung Bitcoin untersucht und dazu 1000 Nutzer befragt. Allerdings ist die Studie nicht repräsentativ.
85 Prozent der Befragten sind männlich und der Altersschnitt lag bei 27 Jahren.
Ausgegeben werden Bitcoins laut der Studie für
– Trinkgeld und Spenden (38 Prozent)
– Kauf virtueller Güter (33,3 Prozent)
– Online-Shopping (27,5 Prozent)
– Glücksspiel (26,5 Prozent)
– Kauf anderer Digitalwährungen (26 Prozent)
– Drogen (5 Prozent).

http://futurezone.at/digital-life/wie-bitcoin-nutzer-ticken/203.794.949

Schäden durch Musikpiraterie

Eine neue Studie hat festgestellt, dass in 2014 der europäischen Musikwirtschaft durch Piraterie ein Schaden in Höhe 170 Mio. € entstanden ist.

Die überaus niedrige Schadeneinschätzung könnte darauf basieren, dass der Hauptansatzpunkt der Studie die Differenz zwischen Umsatzprognosen und den erzielten Umsätzen war. Da Piraterie aber schon „eingeplant“ ist, könnte nur ein Teil der Piraterie erfasst worden sein.

https://euipo.europa.eu/tunnel-web/secure/webdav/guest/document_library/observatory/resources/research-and-studies/ip_infringement/study7/Music_industry_en.pdf

 

Bedeutung von Google für die Musik-Piraterie

Music Business Worldwide stellt anhand des bisher unveröffentlichten MUSO „Global Piracy Report“ die Bedeutung von Google für die Verbreitung von illegalen Musikinhalten dar:

Die wichtigsten Quellen für illegale Musikinhalte sind:
28,3% Torrents
35,1% Streaming
17,7% Ripping

Die Bedeutung von Suchmaschinen für das Auffinden dieser Quellen liegen im Durchschnitt bei 37,2%, sind aber je nach Vertriebsart unterschiedlich:
14,2% Torrents
46,3% Streaming
49,8% Ripping

Damit erfolgt die Hälfte aller Besuche von Ripping-Plattformen durch Verlinkung von Suchmaschinen. Wichtigster Ripping-Anbieter ist  YouTube-mp3.org, mit dem Musik von Youtube gerippt wird.

Google´s Marktanteil wird mit 64 % angesetzt. Somit rechnet man Google 8,1 Milliarden Besuche von Piraterieseiten zu.

http://www.musicbusinessworldwide.com/googles-role-music-piracy-much-bigger-first-appears/