Archiv der Kategorie: Martktforschung

Streaming: 50 Mrd. Verlust durch Piraterie bis 2022

Nach einer aktuellen Studie des Digital TV Research werden Streaminganbieter wie Netflix oder Amazon durch Piraterie zwischen 2016 und 2022 einen Verlust an Abonnement- und Werbeeinnahmen in Höhe von 52 Milliarden US-Dollar erleiden.

Der Verlust bezieht sich auf insgesamt 138 Länder. Im Jahr 2016 betrugen die Einnahmen aus legalen Streaming-Diensten 37 Milliarden US-Dollar gegenüber 26,7 Milliarden US-Dollar, die durch Piraterie verloren gingen.

https://www.digitaltvresearch.com/ugc/press/219.pdf

http://variety.com/2017/tv/news/piracy-cost-streaming-players-over-50-billion-1202602184/

Studie: Kinder sehen Pornografie im Internet oft ungewollt

Laut einer Studie der Universitäten Hohenheim und Münster hat die Hälfte von 1048 Teilnehmern einer repräsentativen Umfrage unter 14- bis 20-Jährigen angegeben, Hardcore-Pornografie gesehen zu haben. In der Gruppe der 14- und 15-Jährigen hätten dies ein Drittel erklärt.
Rund die Hälfte der Begegnungen mit Pornografie im Netz sei ungewollt gewesen.
Der Zugang erfolgte zu 70 Prozent über Laptop, Computer oder Smartphone. Andere Medien wie Fernsehen, Video oder Zeitschriften haben weitgehend ausgedient.

https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=37983&cHash=91bc3a6dc5c6b9304555ab08df7da545

Vgl. auch:
http://www.webschauder.de/neue-forschungsergebnisse-zur-nutzung-pornographischer-internetangebote-durch-kinder-und-jugendliche/

 

USA: Studie zur Pirateriewerbung

Die Trustworthy Accountability Group (TAG), eine Gruppe von Werbetreibenden und Agenturen, hat eine neue Studie zur werbefinanzierten Piraterie veröffentlicht.

Die Studie ergab, dass die digitalen Werbeeinnahmen der Piraterieseiten 111 Millionen US-Dollar betrugen. Davon entfallen 36 Mio. US-$ auf Premium-Werbende und 75 Mio. US-$ auf Non-Premium-Advertiser (Gaming, Dating, VPN-Dienste).

Die von der TAG initiierten Maßnahmen hätten dafür gesorgt, dass weitere Einkünfte der Piraterieseiten in Höhe von 102 bis 177 Millionen US-Dollar verhindert wurden.
Ergänzend vermerkt die Studie, dass die Schäden durch Piraterie auf 2,4 Milliarden US-$ geschätzt werden.

https://www.tagtoday.net/hubfs/Measuring%20digital%20advertising%20revenue%20to%20infringing%20sites.pdf?t=1507150221706

Identitätsdiebstahl und Produktpiraterie

Im Rahmen einer neuen Kampagne weist die britische Polizeieinheit PIPCU darauf hin, dass seit 2014 mehr als 28.000 Webseiten, die Fälschungen verkauften, geschlossen wurden. Unter diesen 28.000 Seiten waren über 4.000 mit gestohlenen Identitäten registriert worden.
Die PIPCU hat 400 Personen, deren Identität gestohlen und bei der Erstellung krimineller Websites genutzt wurden, darüber informiert. Zwischen April 2016 und März 2017 gingen über 15.000 Meldungen im Zusammenhang mit Identitätskriminalität ein.

http://news.cityoflondon.police.uk/r/915/new_pipcu_campaign_warns__there_s_more_at_stake_w

Studie: Piraterie betrifft ganz besonders Filme

Eine unveröffentlichte EU-Studie bestätigt negative Auswirkungen der Piraterie auf aktuelle Spielfilme: Wenn zehn aktuelle Filme illegal gesehen werden hat dies zur Folge, dass vier Filme weniger legal konsumiert werden.
In anderen Bereichen gibt es keinen solchen sicheren statistischen Nachweis: “That does not necessarily mean that piracy has no effect but only that the statistical analysis does not prove with sufficient reliability that there is an effect.”

“Estimating displacement rates of copyrighted content in the EU“ unter
https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2017/09/displacement_study.pdf

IFPI: Music Consumer Insight Report

Der aktuelle “Music Consumer Insight Report” der IFPI zeigt, dass Urheberrechtsverletzungen weltweit eine zentrale Herausforderung bleiben:

40 Prozent der Konsumenten hören Musik über nicht-lizenzierte Angebote. In dieser Gruppe enthalten sind auch die 35 Prozent der Internet-Nutzer, die Streamripper verwenden; unter den 16- bis 24-Jährigen ‚rippt‘ weltweit sogar bereits mehr als jeder Zweite (53%).

Deutschland liegt in diesen Bereichen unter dem globalen Schnitt: Hier beschaffen sich 30 Prozent der Nutzer musikalische Inhalte über nicht-lizenzierte Quellen und insgesamt 26 Prozent nutzen Streamripper; auch hierzulande ist Letzteres unter den 16- bis 24-Jährigen besonders verbreitet, liegt aber mit 37 Prozent immer noch 16 Prozentpunkte unter dem weltweiten Mittel.

http://www.musikindustrie.de/news-detail/controller/News/action/detail/news/ifpi-stellt-neuen-music-consumer-insight-report-vor/

Großbritannien: IP Crime Report

Der neue „IP CRIME AND ENFORCEMENT REPORT 2016/17” des britischen IP Office stellt u.a. die Organisationen vor, die sich um diese Themen kümmern. Zudem gibt es einzelnen Zahlen:

  • 15% aller Internetnutzer ab 12 Jahren konsumierten zwischen März und Mai 2017 mindestens einen illegalen Inhalt, damit gibt es keine Veränderung zum gleichen Zeitraum in 2016.
  • Das Industry Trust for IP berichtet, dass 19 % der Erwachsenen urheberrechtsverletzende Inhalte über IPTV ansehen – auch bekannt als “Set-Top-Boxen „, „Streaming-Boxen“, Android-Boxen „und Kodi-Boxen“.
  • Von den mehr als 10 Millionen registrierten britischen Domains wurden 8049 für kriminelle Aktivitäten genutzte Domains abgeschaltet (Vorjahr: 3886).

https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/642324/IP_Crime_Report_2016_-_2017.pdf

„Game of Thrones 7“: Mehr als 1 Milliarde illegale Abrufe

Nach Angaben der Technologiefirma MUSO gab es zur aktuellen Staffel von Games of Thrones mehr als eine Milliarde illegale Abrufe. Im Durchschnitt wurde jede Staffel 140 Millionen Mal illegal gesehen – legal sollen es 32 Millionen Zugriffe gewesen sein.

Die überwiegende Mehrheit der Raubkopierer nutzt Streaming-Dienste (85%), gefolgt von Torrents (9%) und direkten Downloads (6%). Private Torrent-Tracker haben weniger als ein Prozent.

Die Streaming-Daten, die MUSO von SimilarWeb bezieht, stammen aus einer Stichprobe von 200 Millionen Geräten und werden auf die Gesamtwerte hochgerechnet. Nicht mit in der Betrachtung enthalten sind China und Kodi-Boxen.

https://torrentfreak.com/game-of-thrones-season-7-pirated-over-a-billion-times-170905/

Kinderpornographie: Manche deutsche Internetanbieter lassen sich viel Zeit beim Löschen

Über die Frage, ob Löschen statt Sperren der Weisheit letzter Schluss ist, kann man lange streiten. Unstrittig aber sollte sein, dass deutsche Internetanbieter Kinderpornographie umgehend löschen, sobald sie darüber informiert werden.
Genau dies passiert aber eben nicht. Laut dem „Bericht über die im Jahr 2016 ergriffenen Maßnahmen zum Zweck der Löschung von Telemedienangeboten mit kinderpornografischem Inhalt im Sinne des § 184b des Strafgesetzbuchs“ wurden nur 70 Prozent (720) aller Inhalte in Deutschland spätestens nach zwei Tagen gelöscht. Nach einer Woche lag die „Erfolgsquote“ bereits bei 95 Prozent (975). Der durchschnittliche Verfügbarkeitszeitraum lag somit bei 2,93 Tagen.
Erklärt wird der verbleibende Rest von 5 Prozent mit: „Ursächlich für die nach einer Woche noch verbliebenen Inhalte (5 Prozent) waren auch im Jahr 2016 der temporäre Verzicht auf Löschungen aus ermittlungstaktischen Gründen sowie technische und / oder organisatorische Probleme einzelner Provider bei der Umsetzung des Löschungsersuchens.“
Wieso aber 25 Prozent der bei deutschen Hostern liegenden kinderpornographischen Inhalte erst nach zwei oder mehr Tagen gelöscht werden bleibt offen.

http://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistiken/Download/Bericht_Loeschen-statt_sperren_2016.pdf;jsessionid=93FE720EBE908545B15A966EC06405DF.2_cid334?__blob=publicationFile&v=2

Luxusmarken: Gern genutzt für Betrugdomains

Eine aktuelle Studie von DomainTools und Farsight Security hat untersucht, inwieweit die Namen von acht führenden Luxusmarken (Chanel, Gucci, Cartier, Prada, Givenchy, Hermès, Burberry und Louis Vuitton) bei Domains genutzt werden. Insgesamt hat man zu den acht Marken 538 registrierte Domains gefunden, die in irgendeiner Form diese Markennamen verwenden und höchstwahrscheinlich betrügerisch sind.
Tim Helming, Director of Product Management bei DomainTools, sagt, das Problem liegt auch an den lockeren Standards der Domain-Registrare, die sich nicht darum kümmern, wer den Namen kauft.

http://www.adweek.com/brand-marketing/luxury-brands-just-got-one-more-reason-to-hate-the-internet-spoofing/

Pirateriezahlen zu Mayweather/McGregor

Der Boxkampf zwischen Mayweather und McGregor hat wohl einen neuen Piraterierekord erzielt:

Laut Irdeto gab es 239 illegale Live-Streaming-Angebote zu dem Kampf, die weltweit schätzungsweise 2,93 Millionen Zuschauer erreichten. Dazu kamen geschätzte 445.000 Downloads.
67 der 239 Streams erfolgten über bekannte Piraterie-Streaming-Websites. Es wurden aber auch Dienste wie Facebook, YouTube, Twitter’s Periscope, Twitch (Amazon) und die Media-Player-Plattform Kodi genutzt. Pirateriezahlen zu Mayweather/McGregor weiterlesen

Portugal: Studie zum Erfolg der Sperren

Eine neue Studie von INCOPRO untersucht die Internetsperren urheberrechtsverletzender Seiten in Portugal zwischen November 2015 und Oktober 2016.
Von den 250 wichtigsten Piraterieseiten wurden 65 gesperrt. Nach der Sperrung sank deren Besuche um 56,6 %, während die gleichen Seiten weltweit ein Wachstum vom 3,9 % aufwiesen.
Auf alle 250 Seiten bezogen sanken die Besuche in Portugal um 9,3 % während sie weltweit um 30,8 % stiegen. Portugal: Studie zum Erfolg der Sperren weiterlesen