Archiv der Kategorie: Jugend(schutz)

YouNow-Nutzerdaten veröffentlicht

Über eine Million Nutzerdatensätze des Live-Streamingdienstes YouNow sind in einem Deep Web Forum veröffentlicht worden.
Der Datenbankauszug enthält u.a. die Benutzerdaten mit Namen, Wohnort, Social-Media-Accounts und E-Mail-Adressen. Einige der Angaben sind allerdings auch direkt bei YouNow zu finden.
Besonders problematisch ist, dass viele der Nutzer minderjährig sind und Daten sehr freizügig angegeben haben.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Benutzerprofile-der-Streamingplattform-YouNow-veroeffentlicht-3722713.html

Großbritannien: Pornoanbieter entwickeln Altersverfikation

Aufgrund des Ende April 2017 verabschiedeten „Digital Economy Act 2017“ darf in Großbritannien ab Mai 2018 Pornographie im Internet nur noch an Erwachsenen übermittelt werden.

Laut eines Presseberichts entwickelt einer der größten Pornographieanbieter, Mindgeek aus Luxemburg, nun ein Altersverifikationssystem (AgeID), welches in Großbritannien eingesetzt werden soll.

In Deutschland darf Pornographie schon seit Jahren nur an Erwachsene übermittelt werden. Da aber u.a. die zuständige KJM nichts unternimmt, können die Pornographieanbieter deutsche Kunden problemlos erreichen.
In Großbritannien wird der British Board of Film Classification (BBFC) zuständig sein. Dieser will sich zwar erstmals die 50 größten Anbieter vornehmen. Die Androhung scheint aber so glaubhaft zu sein, dass die Anbieter reagieren. Großbritannien: Pornoanbieter entwickeln Altersverfikation weiterlesen

KJM will nicht gegen Naziseite vorgehen

Nach einem Bericht der Medienkorrespondenz hat KJM-Chef Andreas Fischer es am 8. März nicht geschafft, die anderen Kommissionsmitglieder davon zu überzeugen, gegen das von den USA aus betriebene Online-Portal nsdap.info vorzugehen. Die Seite ist seit Jahren von der Bundesprüfstelle indiziert.

Fischer wollte wohl mehrstufig vorgehen. Erst gegen den Betreiber und dann, wenn nötig, gegen den Hoster aus Kalifornien. Da zu erwarten war, dass diese Maßnahmen erfolglos geblieben wären, wollte Fischer dann als letztes Mittel den Abruf der Webseite nsdap.info von Deutschland aus sperren.

Da er dafür keine Unterstützung erhielt, hat Andreas Fischer am 9. März den Rücktritt aus der KJM zum 31.3. angekündigt. Er habe in einer „für ihn wichtigen Sachfrage keine Unterstützung erhalten“.

Anscheinend wollte keines der anderen Kommissionsmitglieder den Weg einer Sperre mitgehen. Dabei ist eine Sperrverfügung als letztes Mittel vom BGH im Bereich Urheberrecht anerkannt und auch vom Gesetzgeber im Rundfunkstaatsvertag vorgesehen.

http://www.medienkorrespondenz.de/politik/artikel/fehlender-rueckhalt-kjm-chef-andreasnbspfischer-gibt-seinnbspamtnbspab.html

Mitglieder der KJM (inkl. Stellvertreter):
http://www.kjm-online.de/die-kjm/organisation/mitglieder.html

USA: Trump verspricht Maßnahmen gegen Internetpornographie

Donald Trump hat versprochen stärker gegen Internet-Pornografie vorzugehen. Neben schärferen Maßnahmen gegen Kinderpornographie sind aber auch Pornographiefilter in Schulen und Bibliotheken vorgesehen sowie eine Präsidialkommission zur Prüfung der schädlichen Auswirkungen der Internetpornographie auf Jugend, Familien und die amerikanische Kultur.

http://www.dailydot.com/layer8/donald-trump-porn-pledge-enough-is-enough/

Großbritannien: Sperren wegen unzureichender Altersverifikation angedacht

Wie bereits seit vielen Jahren in Deutschland vorgesehen (§ 20 (4) JMStV), soll nun auch in Großbritannien die Sperre von pornographischen Internetseiten ohne ausreichende Altersverifikation möglich werden. Zumindest dann, wenn eine Gesetzesergänzung zum Digital Economy Bill vom britischen Parlament beschlossen wird.

Der Unterschied dürfte in der Durchführung liegen. Anders als die deutschen Landesmedienanstalten ist dem BBFC (British Board of Film Classification) eine Umsetzung der Regeln zuzutrauen.

Vgl.: http://www.bbc.com/news/uk-38037220

Das deutsche recht zum Nachlesen: § 20 JMStV und § 59 RStV

Pornosuche bei 11 bis 16 jährigen

Nach den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage der britischen Middlesex University sucht fast jeder zweite Teenager (46 Prozent) im Alter von elf bis 16 Jahren aktiv nach pornografischen Inhalten im Netz.
Vier Prozent der Kinder und Jugendlichen haben bereits selbst Nackt- oder zumindest sexualisierte Fotos verschickt.

http://www.krone.at/digital/jeder-zweite-jugendliche-sucht-im-web-nach-pornos-tipps-fuer-eltern-story-534141

Verherrlichung von Amokläufen im Netz

Wie in Spielechats bei Steam und in YouTube-Videos Amokläufe verherrlicht werden und welche Auswirkungen dies hat zeigen zwei Artikel anhand von Beispielen:

The Huffington Post: „Die kranke Welt der Amokfans: So gefährlich sind Killerspiele-Chats“
http://www.huffingtonpost.de/2016/07/29/ok-killerspiele-gefahr-psychologen-chats-_n_11261074.html

FAZ: „Wie Schüler andere Schüler abknallen“
http://www.faz.net/aktuell/politik/wie-amoklaeufe-im-internet-glorifiziert-werden-14364903.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Schweiz: Erste Provider versprechen Kinderpornographie zu sperren – freiwillig!

Asut, der führende Verband der Telekommunikationsbranche in der Schweiz, hat eine neue Brancheninitiative Jugendmedienschutz
vorgestellt, der sich inzwischen vier Provider angeschlossen haben, nämlich Salt, Sunrise, Swisscom und UPC.

Im Rahmen der Maßnahmen, die bis Ende des Jahres umgesetzt sein sollen, befindet sich auch das Versprechen, in Zusammenarbeit mit Kobik den Zugang zu Kinderpornografie zu sperren.

Kobik ist die Schweizerische Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität, die bei der Bundeskriminalpolizei (BKP) angegliedert ist.

https://asut.ch/asut/media/20160610_mm_brancheninitiative_jugendmedienschutz.pdf?id=234&type=document

Porno über Kirchen WLAN eingeplant

In einem Spiegel-Interview erläutert der Leiter des IT-Referats in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, dass das die Evangelische Landeskirche alle ihre Gotteshäuser mit offenen WLAN-Hotspots ausstatten will und dafür 100.000 Euro eingeplant hat.
Nicht vorgesehen sind Jugendschutzfilter:
„Wir haben in der Kirche oft mit Minderjährigen zu tun. Wir können uns vorstellen, in begründeten Fällen und an bestimmten Standorten einen Jugendfilter einzusetzen, etwa in unseren Schulen und in Jugendbildungsstätten. Aber in Kirchen kann ich mir das nicht vorstellen. Dann gibt es natürlich die Frage: Oh mein Gott, was machen wir denn, wenn die Leute in der Kirche sitzen und sich Pornos angucken?“

Nach Ansicht des Leiters macht dies aber nichts: „Das konnten sie vor hundert Jahren auch schon. Wer wollte, hat sich da Schmuddelheftchen nur eben in Papierform zugeschoben.“

Der kleine Unterschied, dass diesmal die Kirche die Heftchen „liefert“ scheint ihm nicht aufgefallen sein.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/godspot-wlan-in-kirchen-interview-mit-initiator-kraetschmer-a-1093166.html

(Hervorhebung durch WebSchauder)