Archiv der Kategorie: Bad Boys (?)

Facebook akzeptiert Holocaustleugnung

Aus deutscher Sicht ist es unverständlich, dass Facebook seine Mitarbeiter und Dienstleister nicht anweist, Holocaustleugnungen generell zu löschen.
Gar nicht mehr nachzuvollziehen ist es, dass solche Äußerungen noch nicht einmal in all den Ländern gesperrt werden, in denen sie strafrechtlich verboten sind, wie der Guardian nun belegt.

Holocaustleugnungen sind nach Angaben von Facebook wohl in 14 Ländern strafbar, gesperrt wird nur in Deutschland, Frankreich, Israel und Österreich. Der vorgegebene Grund: „Wir beziehen es nur auf die vier Länder, die dieses Thema bei uns aktiv verfolgen.“

In einer späteren Stellungnahme, behauptet Facebook die Ziffer vier würde nicht stimme. Genauere Angaben werden aber nicht gemacht. Der Sachverhalt generell wird nicht bestritten.

https://www.theguardian.com/news/2017/may/24/how-facebook-flouts-holocaust-denial-laws-except-where-it-fears-being-sued

YouTube-Konzept: Auch zukünftig darf auf vielen extremistischen Seiten geworben werden

YouTube-Chefin Susan Wojcicki hat in Berlin verdeutlicht, wie YouTube mit dem Problem Anzeigen neben extremistischen Videos umgehen will. Schwerpunkt sind Maßnahmen, die Anzeigenkunden mehr Kontrolle darüber geben, wo ihre Werbung zu sehen ist.
Entgegen früheren Verlautbarungen, die nur auf diese Kontrolle durch die Werbenden setzen, soll es nach Angaben von Frau Wojcicki außerdem mehr Kategorien von Videos geben, neben denen grundsätzlich keine Werbung angezeigt werde.
Eigenständig oder zwangsweise löschen will man solche Angebote auf den eigenen Seiten aber nicht: „Solche Gesetzgebung führt dazu, dass zu viel zensiert wird, dass Plattformen Inhalte entfernen, die nicht entfernt werden sollten“, sagte Wojcicki.

https://www.wuv.de/digital/youtube_chefin_kuemmert_sich_um_die_veraergerten_werbekunden

Vgl. auch
https://www.nzz.ch/wirtschaft/boykott-der-werbeplattform-youtube-unmut-verbreitet-sich-wie-ein-katzenvideo-ld.153633

https://www.nzz.ch/wirtschaft/hass-videos-auf-youtube-google-geraet-weiter-unter-druck-ld.153109

BGH: Auch DDOS-Attacken auf illegale Angebote sind verboten

Der BGH hat eine Entscheidung des LG Leipzig bestätigt, nach der ein Mittäter eine Piraterieportals wegen Computersabotage verurteilt wurde:
„Die Verurteilung wegen (Beihilfe zur) Computersabotage […] hält rechtlicher Überprüfung stand. Sie fußt auf der zutreffenden rechtlichen Erwägung des Landgerichts, dass es für die Verwirklichung des Straftatbestandes des § 303b StGB unerheblich ist, ob sich die Sabotagehandlungen auf Datenverarbeitungsvorgänge zu rechtmäßigen oder rechtswidrigen Zwecken beziehen.“

https://www.hrr-strafrecht.de/hrr/5/16/5-164-16.php

USA: Amt des Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten legt neue Liste vor

Im diesjährigen Bericht “Out-of-Cycle Review of Notorious Markets” des United States Trade Representative (USTR) wurden wieder mehr als ein Duzend Piraterieseiten aufgeführt. Darunter auch die deutsche Rippersoftware Youtube-mp3 und der Schweizer Sharehoster Uploaded.

https://ustr.gov/sites/default/files/2016-Out-of-Cycle-Review-Notorious-Markets.pdf

Facebook mit Strafrecht zur Vernunft?

Nach Angaben des Spiegels hat die Staatsanwaltschaft München I gegen mehrere Facebook-Manager ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Unter den Beschuldigten sind Mark Zuckerberg, Sheryl Sandberg, Richard Allan (Europa-Cheflobbyist) und dessen Berliner Kollegin Eva-Maria Kirschsieper (Lobbyistin für den deutschsprachigen Raum). Facebook mit Strafrecht zur Vernunft? weiterlesen

MPAA-Liste der Bösen

Die MPAA hat für den nächsten US-amerikanischen Report über „notorious markets“ Vorschläge unterbreitet, darunter auch mehrere europäische Unternehmen aus dem Bereich der Rechenzentren.
Ergänzend wies man auch auf Cloudflare hin, die aber nicht in den Report aufgenommen werden, da sie ein amerikanischen Unternehmen sind.

https://torrentfreak.com/images/MPAA-USTR-2016.pdf

https://torrentfreak.com/mpaa-reports-pirate-sites-and-hosting-providers-to-u-s-government-161010/

Studie: Werbung finanziert die Internetpiraterie

Eine aktuelle Studie zur Werbefinanzierung von Piraterieseiten kommt zu dem Ergebnis, dass die in Deutschland meistbesuchten Internetseiten zur illegalen Verbreitung von Medieninhalten jährlich alleine durch deutsche Nutzer über 33 Mio. Euro einnehmen.
Die mit Abstand meisten Werbeanzeigen gehen auf die Internet-Glücksspielbranche zurück (22,3 Prozent), die zumeist mit Lizenzen aus Deutschland (Schleswig-Holstein), Malta oder Gibraltar agiert. Gefolgt von den Browsergameanbietern (12,1 Prozent), teils auch aus Deutschland. Werbung seriöser Markenartikler ist dagegen eher selten zu finden.

Die aktuelle Studie der FDS File Defense Service zur Werbefinanzierung von Piraterieseiten hat im Beobachtungszeitraum Juli 2016 die Werbung auf den mehr als 50 bedeutendsten Internetseiten zur illegalen Verbreitung filmischer Inhalte systematisch erfasst und im vorliegenden Bericht aufgeführt. Im Einzelnen: Studie: Werbung finanziert die Internetpiraterie weiterlesen

HdStream im Sinkflug?

Tarnkappe berichtet anhand neuer Daten über sinkenden Umsätze bei dem Hoster HDStream. Als Hauptgründe für den Rückgang werden die anhaltende Sicherheitsproblematik des Hosters und die Sperrungen von Zahlungswegen angesehen.

https://tarnkappe.info/inside-hdstream-to-update/

Ergänzung: Laut Similiarweb sanken die Visits der Seite von Juli auf August um 16 Prozent auf nun 1,3 Mio. Visits.