Cloudflare CEO muss sich vor Gericht rechtfertigen

Ein US-amerikanisches Gericht hat entschieden, dass Cloudflare CEO Matthew Prince erklären muss, wieso er Piraterieseiten nicht abgeschaltet hat.
Die Befragung auf Antrag des Adult Entertainment Publishers ALS Scan solle eng auf dieses Thema zugeschnitten und auf zwei Stunden begrenzt sein.

https://torrentfreak.com/cloudflare-ceo-has-to-explain-lack-of-pirate-site-terminations-171010/

Australien: Falle für Kriminelle

Nachdem die australische Polizei den Betreiber eines Kinderpornorings festgenommen hatte, betrieb sie die Seite 1 Jahr selber weiter. Nach Angaben der Ermittler konnten so weltweit Kinder gerettet und Pädophile festgenommen werden.
Das Darknet-Forum hieß „Childs Play“, hatte etwa 100 Uploader, 3.000 bis 4.000 regelmäßige User und über eine Million registrierte User.
https://www.futurezone.de/digital-life/article212185289/Falle-fuer-Kriminelle-Australische-Polizei-betreibt-Kinderporno-Forum-weiter.html

USA: Musikindustrie benennt notorische Webseiten

Auch die RIAA hat der US-Regierung eine detaillierte Liste „notorischer Webseiten“ vorgelegt. Schwerpunkte sind die Bereiche Stream Ripper, Mp3 Search and Download Sites, BitTorrent Indexing Sites, Cyberlocker und Unlicensed pay for download sites.

Zudem benennt auch die RIAA die Rechenzentren auf den die Piraterieseiten liegen. In neun Fällen konnte man das Rechenzentrum allerdings nicht ermitteln, da die Seite über Cloudflare ausgeliefert wird. Folgende Rechenzentren wurden benannt:

  • ASN-AVANTEL-MSK (Russia)
  • Eweka Internet Services B.V. (NL)
  • Filanco LTD (Russia)
  • GLOBALLAYER, NL (Bulgaria)
  • Hetzner Online GmbH (Deutschland)
  • Hosting Services Inc. (UK)
  • INFIUM (Ukraine)
  • Netvillage Ltd (Russia)
  • OVH SAS (France)
  • S A and A Stroi Proekt EOOD (Bosnia and Herzegovina)
  • WIBO (Czech Republic)
  • WZ Communications Inc. U.S. (wholly owned subsidiary of XBT Holding S.A, Cyprus)

Aus Deutschland werden neben der Hetzner Online GmbH als Rechenzentrum für die Streamripper FLVTO und 2Conv, Herr Marius Seipp aus Linden als Registrant des Streamrippers Convert2mp3 und die Key-Systems GmbH, St. Ingbert, als Registrar der illegalen Bezahlseite Mp3fiesta aufgeführt.

https://torrentfreak.com/images/RIAA_2017NotoriousMarketOCR.pdf

VPN Logs helfen Täter zu finden

In einem Verfahren wegen Cyberstalking wurde der Täter u.a. anhand der Logfiles seines VPN-Anbieters überführt. „Bezeichnenderweise konnte PureVPN feststellen, dass derselbe Kunde auf seinen Dienst von zwei IP-Adressen aus zugreifen konnte: die RCN-IP-Adresse aus dem Heimatland, in dem Lin zu der Zeit wohnte, und die Softwarefirma, in der Lin damals beschäftigt war“, heißt es in der eidesstattlichen Erklärung eines Special Agent.

https://torrentfreak.com/purevpn-logs-helped-fbi-net-alleged-cyberstalker-171009/

LG Köln: Filmaufnahmen vom Kölner Dom dürfen nicht für politische Zwecke verwendet werden

Das Landgericht Köln hat entschieden, dass Film- und Fotoaufnahmen vom Innenraum und Dach des Kölner Doms nicht zur Ankündigung einer politischen Kundgebung genutzt werden dürfen. Ohne Genehmigung dürfen sie nur für private Zwecke verwendet werden.
Die Verantwortlichen des Doms haten sich gegen diese Rechtsverletzung gewehrt, da die Beklagte die Identität des Doms durch rechtspopulistische Thesen entstelle, ihn als Kirche herabwürdige und als Sprachrohr missbrauche.

[LG Köln, Entscheidung vom 20.09.2017, Aktz.: 28 O 23/17]

https://rsw.beck.de/aktuell/meldung/lg-koeln-filmaufnahmen-vom-innenraum-des-doms-duerfen-nicht-fuer-politische-zwecke-verwendet-werden

BREIN schließt zwei illegale Webseiten

Die niederländische Anti-Piraterie-Organsation BREIN hat zwei Piraterieseiten geschlossen. Auf Movies2explore.com und Music4you.org/smf haben Uploader Filme, Fernsehserien, E-Books, Musik und Spiele im großen Maßstab geteilt. Insgesamt hatten die Seiten mehr als 4.000 Nutzer.
Nachdem BREIN vom Bezirksgericht Limburg eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber und den größten Uploader erhalten hatte, wurden die Seiten geschlossen. Man hat sich auf eine Zahlung von 6.000 Euro geeinigt.

https://stichtingbrein.nl/nieuws.php?id=475

USA: Studie zur Pirateriewerbung

Die Trustworthy Accountability Group (TAG), eine Gruppe von Werbetreibenden und Agenturen, hat eine neue Studie zur werbefinanzierten Piraterie veröffentlicht.

Die Studie ergab, dass die digitalen Werbeeinnahmen der Piraterieseiten 111 Millionen US-Dollar betrugen. Davon entfallen 36 Mio. US-$ auf Premium-Werbende und 75 Mio. US-$ auf Non-Premium-Advertiser (Gaming, Dating, VPN-Dienste).

Die von der TAG initiierten Maßnahmen hätten dafür gesorgt, dass weitere Einkünfte der Piraterieseiten in Höhe von 102 bis 177 Millionen US-Dollar verhindert wurden.
Ergänzend vermerkt die Studie, dass die Schäden durch Piraterie auf 2,4 Milliarden US-$ geschätzt werden.

https://www.tagtoday.net/hubfs/Measuring%20digital%20advertising%20revenue%20to%20infringing%20sites.pdf?t=1507150221706

Krypto-Mining made in Germany?

Der Krpoto-Miner coinhive.com wurde nach Piratebay, Kinox.to und CristianoRonaldo.com nun auch zeitweise auf der Piraterieseite Share-online.biz eingesetzt:

Es ist wahrscheinlich, dass der anonym agierende Krpto-Miner aus Deutschland kommt: Coinhive.com ist über den Anonyomisierungsdienst whoisproxy registriert worden, Registrar ist KeySystems aus St. Ingbert, der Server liegt bei Hetzner in Gunzenhausen.

 

Vgl. auch:  https://tarnkappe.info/cristianoronaldo-com-betreibt-krypto-mining-auf-den-pcs-seiner-fans/

MPPA benennt Rechenzentren notorischer Piraterieseiten

Die MPAA hat der US-Regierung eine neue detaillierte Liste „notorischer Webseiten“ vorgelegt. Sie enthält eine Vielzahl von Piratenseiten die fast alle versuchen durch Cloudflare ihre wirkliche Herkunft zu verschleiern. Dennoch benennt die MPAA auch ausdrücklich die Rechenzentren auf den die Piraterieseiten liegen. Dies sind:

  • Lala-Bhoola Hosting Servers (Schweden)
  • Privacy Ukraine LLC. AGCOM (Ukraine)
  • Private Layer (Schweiz)
  • 3NT Solutions (Großbritannien)
  • Neterra (Ukraine)
  • M247 (Rumänien)
  • Eweka Internet Services B.v. (Niederlande)
  • NETSAAP Transit Services (Bosnien und Herzogowina)
  • Dreamtorrent Corp. (Russland)
  • VinaHost (Vietnam)
  • Netbrella (Panama mit Servern in Schweden und den Niederlanden)

https://www.mpaa.org/wp-content/uploads/2017/10/notorious-markets-final.pdf

Datenübertragung in die USA landet wieder vor dem EuGH

Das Gerichtsverfahren Max Schrems gegen Facebook landet auf Wunsch der irischen Datenschutzbehörde wieder vor dem EuGH. Dort soll geklärt werden, ob die per Standardvertrag vorgesehene Massenüberwachung durch die NSA rechtens ist.

Der EuGH hat auch in einem weiteren Verfahren von Max Schrems zu entscheiden. In dem in Österreich gestarteten Verfahren geht es um den kommerziellen Missbrauch von Nutzerdaten.

https://www.futurezone.de/netzpolitik/article212123507/Facebook-Austausch-von-Nutzerdaten-mit-USA-kommt-wieder-vor-europaeischen-Gerichtshof.html?ref=sec

OLG Hamm zu Volksverhetzung durch Facebook-Kommentare

Wer durch im Internet öffentlich abrufbare Kommentare auf einer Facebook-Seite kriminelle Ausländer und Flüchtlinge als „Gesochse“, „Affen“, „Ungeziefer“ und kriminelles „Pack“ beschimpft, kann wegen Volksverhetzung – § 130 Abs. 1 Nr. 2 Strafgesetzbuch (StGB) – zu bestrafen sein.
Ausgehend hiervon hat der 4. Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm ein Berufungsurteil des Landgerichts Detmold bestätigt.
[OLG Hamm, 07.09.2017, Az. 4 RVs 103/17]

http://www.olg-hamm.nrw.de/behoerde/presse/pressemitteilung_archiv/02_aktuelle_mitteilungen/119-17-Volksverhetzung-durch-Facebook-Kommentar.pdf