USA: Domains beschlagnahmt – Privacy-Dienste müssen Auskunft geben

Ein US-Bundesbezirksgericht hat entschieden, 43 Internetdomains über die nicht genehmigte Videostreams abrufbar waren, unter die Kontrolle des philippinischen Medienkonzerns ABS-CBN zu stellen.

Die Registrare müssen die Domains binnen eines Tages an einen vom Kläger ausgesuchten Registrar übertragen. Sollten sie dies nicht tun, sollen die Registrys binnen fünf Tagen aktiv werden.

Zudem müssen etwaige Privacy-Dienste die wahre Identität der bisherigen Domaininhaber preisgeben.

https://torrentfreak.com/us-court-orders-dozens-of-pirate-site-domain-seizures-170927/

https://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Gericht-laesst-43-Streaming-Domains-umleiten-3845580.html

LG Berlin: Betreiber eines Tor-Exit-Nodes haftet ab Kenntnis für fremde Urheberrechtsverletzungen

Nach Ansicht des LG Berlin haftet der Betreiber eines Tor-Exit-Nodes für fremde Urheberrechtsverletzungen ab Kenntnis, wenn er keine ausreichenden Sicherungsmaßnahmen ergreift
Der Beklagte hafte als Störer, da er den Internetzugang Dritten zur Verfügung gestellt habe. Die Haftung folge zwar nicht aus dem Betrieb des Tor-Exit-Nodes. Maßgeblich sei vielmehr, dass der Beklagte trotz Urheberrechtsverstößen in der Vergangenheit keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen habe, um zukünftige Verstöße zu unterbinden.
Denn die Haftungsprivilegierung des § 8 TMG als bloßer Durchleiter von Informationen komme dann nicht zum Zuge, wenn Verletzungshandlungen in der Vergangenheit aufgetreten seien zumutbare Maßnahmen unterblieben. Zu den zumutbaren Maßnahmen gehöre etwa die technische Sperrmöglichkeit eines TOR-Servers durch die Erstellung einer so genannten Exit Policy.

[LG Berlin, Urteil vom 13.06.2017, Az.: 16 O 270/16]

http://www.dr-bahr.com/news/betreiber-eines-tor-exit-nodes-haftet-fuer-fremde-urheberrechtsverletzungen-ab-kenntnis.html

Kanada: Provider fordert Sperrungen

Im Rahmen der Diskussion um das NAFTA-Handelsabkommen empfiehlt Kanadas größtes Telekommunikationsunternehmen, Bell, dass sich die Regierung zu einer stärkeren Durchsetzung des geistigen Eigentums verpflichtet solle.
Nach Bell’s Ansicht sollte die kanadische Regulierungsbehörde CTRC oder eine andere Organisation, eine Liste der Piraterieseiten erstellen. Diese Seiten müssten dann von allen kanadischen Internet-Providern gesperrt werden.

https://torrentfreak.com/canadian-isp-bell-calls-for-nationwide-pirate-site-blacklist-170925/

Identitätsdiebstahl und Produktpiraterie

Im Rahmen einer neuen Kampagne weist die britische Polizeieinheit PIPCU darauf hin, dass seit 2014 mehr als 28.000 Webseiten, die Fälschungen verkauften, geschlossen wurden. Unter diesen 28.000 Seiten waren über 4.000 mit gestohlenen Identitäten registriert worden.
Die PIPCU hat 400 Personen, deren Identität gestohlen und bei der Erstellung krimineller Websites genutzt wurden, darüber informiert. Zwischen April 2016 und März 2017 gingen über 15.000 Meldungen im Zusammenhang mit Identitätskriminalität ein.

http://news.cityoflondon.police.uk/r/915/new_pipcu_campaign_warns__there_s_more_at_stake_w

LG Wuppertal: Abbildung eines indizierten Videospiels auf eBay

In einem Verfahren vor dem Landgericht Wuppertal wurde darüber gestritten, ob alleine die Abbildung eines indizierten Spiels schon ein Wettbewerbsverstoß ist.
Die Beklagte bot das Spiel „Conflict Denied Ops“ an. Abgebildet war die indizierte EU-Version, im Text stand: „USK-Einstufung: USK ab 18“, „EAN (…)“ und „Sprache: Deutsch, Mehrsprachig“.
Das Landgericht erlies eine einstweilige Verfügungen gegen den Antragssteller. Gegen diese wehrte er sich mit der Behauptung, man habe nicht die indizierte EU-Version, sondern die deutsche Version angeboten. Dies ergebe sich aus der Produktbeschreibung; das Cover der EU-Version habe ein Mitarbeiter irrtümlich einem Amazon-Angebot entnommen. LG Wuppertal: Abbildung eines indizierten Videospiels auf eBay weiterlesen

Niederlande: Gericht verlangt Sperre von The Pirate Bay

Das Den Haager Gericht hat heute per einstweiliger Verfügung entschieden, dass die niederländischen Internet Service Provider Ziggo und XS4ALL The Pirate Bay sperren müssen.
Gesperrt werden müssen vier IP-Adressen und über hundert Domain-Namen. Wenn zukünftig weitere Adressen auf The Pirate Bay verweisen, müssen auch sie von den Providern gesperrt werden.
Sollte die Sperre nicht binnen 10 Tagen erfolge, werden je Tag 2.000 Euro fällig; bis zu einem Maximum von einer Million Euro.

Die Sperre muss mindestens bis zur endgültigen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in der Hauptsache bestehen bleiben. Damit hat sich die niederländische Anti-Piraterie-Organisation BREIN in dem seit 2012 laufenden Rechtsstreit erst einmal durchgesetzt.

https://stichtingbrein.nl/nieuws.php?id=474

Heimliches Mining bei weitere Piraterieportalen

Test im Auftrag von Tarnkappe zeigen, dass auch beim Besuch der Streamingseiten KinoX.to und Movie4k.to die Prozessorlast um bis zu 43 Prozent steigt. Beide Seiten minen offenbar mittels des JavaScript Miners heimlich die neue Krypto-Währung Monero.

Laut Torrentfreak wird das gleich Script wird bei Alluc eingesetzt.

https://tarnkappe.info/javascript-miner-movie4k-kinox-missbrauchen-heimlich-nutzer-pcs/

https://torrentfreak.com/are-cryptocurrency-miners-the-future-for-pirate-sites-170921/

Neue Webseite von VISION KINO: Wer hat Urheberrecht?

Was geht? Was ist erlaubt? Und wer hat eigentlich Urheberrechte? Die neue Webseite „www.wer-hat-urheberrecht.de“ von VISION KINO vermittelt urheberrechtliche Grundlagen anhand von Unterrichtsmodulen, Hintergrundtexten, Filmausschnitten und Interviews mit Fachexperten/innen und namenhaften Filmschaffenden wie z.B. Regisseur Wolfgang Groos (ROBBI, TOBBI UND DAS FLIEWATÜÜT).
Praxisnahe Fallbeispiele Neue Webseite von VISION KINO: Wer hat Urheberrecht? weiterlesen

BGH: Keine Urheberrechtsverletzung bei der Bildersuche

Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass eine Anzeige von urheberrechtlich geschützten Bildern, die von Suchmaschinen im Internet aufgefunden worden sind, grundsätzlich keine Urheberrechte verletzt.

Dies gilt auch, wenn die angezeigten Bilder unerlaubt auf den jeweiligen Internetseiten gezeigt werden: BGH: Keine Urheberrechtsverletzung bei der Bildersuche weiterlesen

Frankreich: Google zahlt etwas und spart weiter die Überwachung

Mit der Content ID gibt Google Rechteinhabern die Möglichkeit Raubkopien bei YouTube zu vermeiden. Alles worum sich die Rechteinhaber nicht kümmern (können) wird weiterhin gezeigt und monetarisiert.
Für die Plattform ein tolles Geschäft: Kein Geld für Lizenzen und die Kontrollkosten verlagert man auf die Rechteinhaber.

In Frankreich hat man nun vom Staat organisiert mit der Anti-Piraterie-Einheit ALPA vereinbart, dass die Rechteinhaber einen direkteren Zugang zu den Löschmechanismen erhalten und dass Google auch finanzielle Unterstützung und Schulungen anbietet.

https://torrentfreak.com/google-signs-unprecedented-agreement-to-tackle-youtube-piracy-170921/

Studie: Piraterie betrifft ganz besonders Filme

Eine unveröffentlichte EU-Studie bestätigt negative Auswirkungen der Piraterie auf aktuelle Spielfilme: Wenn zehn aktuelle Filme illegal gesehen werden hat dies zur Folge, dass vier Filme weniger legal konsumiert werden.
In anderen Bereichen gibt es keinen solchen sicheren statistischen Nachweis: “That does not necessarily mean that piracy has no effect but only that the statistical analysis does not prove with sufficient reliability that there is an effect.”

“Estimating displacement rates of copyrighted content in the EU“ unter
https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2017/09/displacement_study.pdf

IFPI: Music Consumer Insight Report

Der aktuelle “Music Consumer Insight Report” der IFPI zeigt, dass Urheberrechtsverletzungen weltweit eine zentrale Herausforderung bleiben:

40 Prozent der Konsumenten hören Musik über nicht-lizenzierte Angebote. In dieser Gruppe enthalten sind auch die 35 Prozent der Internet-Nutzer, die Streamripper verwenden; unter den 16- bis 24-Jährigen ‚rippt‘ weltweit sogar bereits mehr als jeder Zweite (53%).

Deutschland liegt in diesen Bereichen unter dem globalen Schnitt: Hier beschaffen sich 30 Prozent der Nutzer musikalische Inhalte über nicht-lizenzierte Quellen und insgesamt 26 Prozent nutzen Streamripper; auch hierzulande ist Letzteres unter den 16- bis 24-Jährigen besonders verbreitet, liegt aber mit 37 Prozent immer noch 16 Prozentpunkte unter dem weltweiten Mittel.

http://www.musikindustrie.de/news-detail/controller/News/action/detail/news/ifpi-stellt-neuen-music-consumer-insight-report-vor/