KJM will nicht gegen Naziseite vorgehen

Nach einem Bericht der Medienkorrespondenz hat KJM-Chef Andreas Fischer es am 8. März nicht geschafft, die anderen Kommissionsmitglieder davon zu überzeugen, gegen das von den USA aus betriebene Online-Portal nsdap.info vorzugehen. Die Seite ist seit Jahren von der Bundesprüfstelle indiziert.

Fischer wollte wohl mehrstufig vorgehen. Erst gegen den Betreiber und dann, wenn nötig, gegen den Hoster aus Kalifornien. Da zu erwarten war, dass diese Maßnahmen erfolglos geblieben wären, wollte Fischer dann als letztes Mittel den Abruf der Webseite nsdap.info von Deutschland aus sperren.

Da er dafür keine Unterstützung erhielt, hat Andreas Fischer am 9. März den Rücktritt aus der KJM zum 31.3. angekündigt. Er habe in einer „für ihn wichtigen Sachfrage keine Unterstützung erhalten“.

Anscheinend wollte keines der anderen Kommissionsmitglieder den Weg einer Sperre mitgehen. Dabei ist eine Sperrverfügung als letztes Mittel vom BGH im Bereich Urheberrecht anerkannt und auch vom Gesetzgeber im Rundfunkstaatsvertag vorgesehen.

http://www.medienkorrespondenz.de/politik/artikel/fehlender-rueckhalt-kjm-chef-andreasnbspfischer-gibt-seinnbspamtnbspab.html

Mitglieder der KJM (inkl. Stellvertreter):
http://www.kjm-online.de/die-kjm/organisation/mitglieder.html

ECO dokumentiert Löschversagen

Der Verband der Internetwirtschaft, Eco, glaubt immer noch an die Ideologie „Löschen statt Sperren“.
Obwohl die Löschung bei 22 % aller Fälle versagt, behauptet Eco im Jahresbericht der Beschwerdestelle: „Die Selbstregulierungsmechanismen der Internetwirtschaft zur Bekämpfung unerwünschter und rechtswidriger Inhalte im Internet funktionieren auf nationaler und internationaler Ebene sehr gut.“

Noch katastrophaler sind die Ergebnisse, wenn man Löschzeiten berücksichtigt. Über 30 Prozent aller deutschen Fälle von Kinderpornographie werden nicht binnen 2 Tagen gelöscht. Bei Fällen von Kinderpornographie im Ausland werden über 25 Prozent nicht binnen einer Woche gelöscht.

https://www.eco.de/wp-content/blogs.dir/20170228_jahresbericht_beschwerdestelle_deutsche-version_fin.pdf

USA: DMCA erspart YouTube jährlich bis zu 1 Mrd. Kosten

Nach einer aktuellen Studie des Phoenix Centers aus Washington ermöglicht die amerikanische DMCA-Regelung YouTube unautorisierte Kopien von Musik ohne Bezahlung von Lizenzgebühren anzubieten.
Müsste YouTube diese zu Marktpreisen einkaufen, würden jährlich alleine in den USA Lizenzgebühren zwischen $ 650 Million und 1 Milliarde US-Dollar an die Musikwirtschaft fällig.

“SAFE HARBORS AND THE EVOLUTION OF MUSIC RETAILING”
http://www.phoenix-center.org/PolicyBulletin/PCPB41Final.pdf

Unterschiede im Streaming:

https://medium.com/@RIAA/2016-a-year-of-progress-for-music-4e9b77022635

YouTube-Konzept: Auch zukünftig darf auf vielen extremistischen Seiten geworben werden

YouTube-Chefin Susan Wojcicki hat in Berlin verdeutlicht, wie YouTube mit dem Problem Anzeigen neben extremistischen Videos umgehen will. Schwerpunkt sind Maßnahmen, die Anzeigenkunden mehr Kontrolle darüber geben, wo ihre Werbung zu sehen ist.
Entgegen früheren Verlautbarungen, die nur auf diese Kontrolle durch die Werbenden setzen, soll es nach Angaben von Frau Wojcicki außerdem mehr Kategorien von Videos geben, neben denen grundsätzlich keine Werbung angezeigt werde.
Eigenständig oder zwangsweise löschen will man solche Angebote auf den eigenen Seiten aber nicht: „Solche Gesetzgebung führt dazu, dass zu viel zensiert wird, dass Plattformen Inhalte entfernen, die nicht entfernt werden sollten“, sagte Wojcicki.

https://www.wuv.de/digital/youtube_chefin_kuemmert_sich_um_die_veraergerten_werbekunden

Vgl. auch
https://www.nzz.ch/wirtschaft/boykott-der-werbeplattform-youtube-unmut-verbreitet-sich-wie-ein-katzenvideo-ld.153633

https://www.nzz.ch/wirtschaft/hass-videos-auf-youtube-google-geraet-weiter-unter-druck-ld.153109

USA: Cloudflare verliert vor Bundesgericht

Die RIAA hatte Cloudflare aufgefordert, den Zugriff zu der gerichtlich verbotenen Piraterieseite MP3Skull zu blocken, die über das Content Delivery Network Cloudflare ausgeliefert wurde. Cloudflare lehnte dies mit Verweis auf die DMCA-Regeln ab und erlitt nun vor dem Bundesgericht in Florida eine Schlappe. Die Richter gehen davon aus, dass Cloudflare in dem konkreten Fall Kenntnis von den Urheberrechtsverletzungen hatte und sich somit nicht mehr auf die DMCA-Regeln berufen kann.

https://torrentfreak.com/dmca-doesnt-shield-cloudflare-from-anti-piracy-injunctions-court-rules-170328/

Mal wieder Facebook: Werbung von Neonazi und verbotener Moscheeverein

Der österreichische Holocaust-Leugner Gerd Honsik wirbt auf Facebook für seine Webseite. Facebook, welches die Werbung als „vorgeschlagener Beitrag“ ausspielt, sieht darin kein ethisches Problem.

Zudem kommt Facebook offenbar seit Wochen einer Aufforderung der Berliner Innenverwaltung nicht nach, den Internetauftritt des verbotenen Moschee-Vereins „Fussilet 33“ zu löschen.

https://futurezone.at/digital-life/werbung-von-neonazi-ist-fuer-facebook-kein-problem/255.086.333

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/verbotener-moschee-verein-facebook-loescht-fussilet-seite-nicht-14947108.html

Fotografenverband klagt gegen Google-Bildersuche

Der Berufsverband Freelens verklagt Google vor dem Landgericht Hamburg, da Google mit der Anzeige großformatiger Bilder in der Bildersuche die Urheberrechte der Fotografen verletzt. Nach Auffassung von Freelens hat Google mit der großformatigen Anzeige den vom BGH gesetzten Spielraum überschritten.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Fotografenverband-Freelens-klagt-gegen-Google-Bildersuche-3671014.html

Wenn Janus der zweite Vorname ist

Donald Trumps US Wahlsieg im Jahr 2016 geschah mit reichlich Getöse. Zu den lautesten Geräuschemachern gehörte das Portal Breitbart, dessen Chef Bannon mittlerweile einflussreicher Berater des amerikanischen Präsidenten geworden ist. Nicht jedem schmeckte der rechte Meinungsbrei von Breitbart. Allen voran entschied sich der Frühstücksflocken Hersteller Kellogg’s dazu, seine Werbung von der Breitbart Seite zu entfernen. Das brachte dem Unternehmen den Zorn der Breitbart Verantwortlichen ein, die ihrerseits zum Boykott von Kellogg’s aufriefen. Mittlerweile sollen es einige Hundert Unternehmen sein, die die eigene Werbung nicht auf der Breitbart Seite sehen wollen. Die Aktion schwappte natürlich auch nach Deutschland über, wo der Werbefachmann Gerald Hensel über seinen mittlerweile nicht mehr erreichbaren Blog Davaidavai zu einem ähnlichen Boykott aufrief und verschiedene in erster Linie rechte Blogs und Seiten nannte, die er gern vom Geldfluss durch Werbungabschneiden möchte. Die Werber sorgen sich also.

Zweierlei Maß
Offenbar messen die Werber und die Werbenden aber mit unterschiedlichen Maß. Denn an anderer Stelle stört es sie ganz und gar nicht, dass Werbebanner auf dubiosen oder eindeutig rechtsverletzenden Seiten erscheinen. Kaum ein illegales Filmportal auf denen einem Betrachter nicht nur Spielcasinos, Wettanbieter oder auch Browsergames deutscher Anbieter wie Innogames, Upjers, Gameforge, Goodgame Studios (allesamt Mitglieder des Verbandes BIU) entgegenlachen sondern auch Markenwerbung. Wenn Janus der zweite Vorname ist weiterlesen

Antisemitische Kommentare alle 83 Sekunden

Laut einer Studie des Jüdischen Weltkongresses (WJC) wird alle 83 Sekunden ein antisemitischer Kommentar im Internet veröffentlicht. Insgesamt wurden 2016 bei Twitter, Facebook, YouTube, Instagram, in Blogs und anderen sozialen Medien mehr als 382.000 antisemitische Kommentare veröffentlicht. 63 Prozent davon bei Twitter.

https://futurezone.at/digital-life/alle-83-sekunden-erscheint-antisemitisches-online-posting/254.110.987