Verbändebrief: Google Bildersuche verletzt Urheberrechte

In einem offenen Brief an Google Germany kritisieren neun Verbände aus dem Bildbereich die Verletzung von Interessen und Rechten von Fotografen, Bildagenturen, Illustratoren und Grafikern durch die neue Google Bildersuche.

Anders als bislang erscheint jetzt nach dem Anklicken eines Vorschaubildes in der Rasteransicht das Bild in Originalgröße (Blow-Up) ohne Kontext der Webseite aber mit vermeintlich ähnlichen Bildern, ohne Urhebervermerk, dafür aber mit einem Button „Teilen“ in Facebook, Twitter, Google+ und zum E-Mail-Versand. Das Bild in Originalgröße darzustellen und es dazu in den Quellcode der Seite einzubinden ist eine unzulässige Vervielfältigung und Online-Zugänglichmachung. Durch die Anzeige der Bildsuchergebnisse in Originalgröße wird der Besuch auf der Ursprungswebseite ersetzt. Google wird so selbst zum Content-Anbieter, der ein suchwortgeneriertes Bilderalbum zum Durchblättern bereitstellt. Die „Teilen“-Funktion ist ebenfalls nicht notwendiger Bestandteil der Suchergebnisanzeige und damit auch nicht von einer faktischen Einwilligung gedeckt.

Die neun Verbände fordern Google Germany auf, zu einer rechtskonformen Suchanzeige von Bildern zurückzukehren und insbesondere die Blow-Up- und „Teilen“-Funktion zu entfernen.

Die unterzeichnenden Verbände sind: Bundesverband professioneller Bildanbieter (BVPA), Deutscher Journalisten-Verband (DJV), dju in ver.di, Center of Picture Industry (CEPIC), Illustratoren Organisation e.V., Professional Image Creators (pic), AGD (Allianz deutscher Designer), Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. (BFF) und der Centralverband Deutscher Berufsfotografen – Bundesinnungsverband.

https://www.djv.de/startseite/profil/der-djv/pressebereich-download/pressemitteilungen/detail/article/offener-brief-von-neun-verbaenden.html

P2P: Ohne Raubkopien nicht wirtschaftlich?

Einer der ältesten BitTorrent-Indexseiten, Mininova, wird Anfang April schließen. Nach anfänglichen Erfolgen bei der Verbreitung von Raubkopien (Spitze mit 14 Mio. Seitenzugriffe an einem Tag) kann die Seite heute nur noch 1 Mio. Zugriffe im Monat mit dem Schwerpunkt CC-lizenzierte und gemeinfreie Werken erreichen. Anscheinend nicht genug um wirtschaftlich betrieben werden zu können.

https://torrentfreak.com/torrent-legend-mininova-will-shut-down-for-good-170226/

https://tarnkappe.info/torrent-legende-mininova-zieht-die-stecker/

Luxemburg: Registrar muss Streamingseite abstellen

Der Registrar EuroDNS wurde von einem Luxemburger Gericht gezwungen, die Internetseite Putlockers.ch zu übernehmen. Putlocker ist ein beliebter illegaler Streamingdienst.
Mit der Übernahme konnte verhindert werden, dass die Seite einfach der Registrar wechselt.
EuroDNS hat den Kunden darüber informiert.

https://torrentfreak.com/swedish-internet-users-face-new-wave-of-piracy-cash-demands-170225/

Russland plant Einschränkungen der Suchergebnisse

Während der britische Gesetzgeber damit zufrieden ist, dass Google und Bing Links zu (höchstwahrscheinlich) rechtsverletzenden Inhalten nicht mehr auf der ersten Seite darstellen wollen, plant Russland ein neues Gesetz, nachdem Seiten die Rechtsverletzungen nicht löschen gar nicht mehr von Suchmaschinen aufgelistet werden dürfen.

https://torrentfreak.com/russia-drafts-legislation-remove-pirate-sites-search-engines-170226/

VZ Bayern: Unseriöse Streaming-Dienste ködern mit aktuellen Filmen

Die Verbraucherzentrale Bayern warnt vor Lockangeboten die aktuelle Kinofilme kostenlos zum Streamen anbieten und somit Verbraucher in die Falle locken. Tatjana Halm, Leiterin des Rechtsreferats der Verbraucherzentrale Bayern warnt „Statt sich den gewünschten Film herunterzuladen, schließen ahnungslose Nutzer häufig kostspielige Abonnements ab“.
Die Verbraucherschützer raten, Streaming-Angebote genau zu prüfen und wenn Verbraucher bereits in die Falle getappt sind, sollten sie das Abonnement umgehend kündigen oder von ihrem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen.

Da keine weiteren Details genannt werden, nachfolgende Ergänzung:
– Solche Fallen gibt es öfter bei YouTube und über Anzeigen auf Piraterieseiten.
– Die Angebote erfolgen in der Regel über Briefkastenfirmen oder anonym.
– Oft werden die Gebühren direkt abgebucht – wenn man Pech hat auch mehrfach. Insoweit dürfte auch Widerspruch und Kündigung wenig helfen.

Richtig ist auf jeden Fall: „Wenn neueste Filme, die momentan im Kino zu sehen sind oder erst in Kürze starten, zum Streamen angeboten werden, kann das nicht legal sein“.

https://www.verbraucherzentrale-bayern.de/unserioese-streaming-dienste-koedern-mit-aktuellen-filmen

Kaspersky Spam-Bericht 2016

Das IT-Security-Unternehmen Kaspersky hat seinen Spam-Bericht 2016 veröffentlicht, der eine Reihe von interessanten Fakten auflistet:
– Der Spam-Anteil betrug 58,31 Prozent, das ist ein um 3,03 Prozentpunkte höherer Wert als im Jahr 2015.
– 62,16 Prozent der versendeten Spam-Mails hatten eine Größe von nicht mehr als zwei KB.
– Die meisten schädlichen E-Mails (14,13 %) waren an Nutzer in Deutschland adressiert.
– 12,08 Prozent des weltweiten Spam-Aufkommens wurden aus den USA verschickt. Auf den Plätzen neun und zehn positionierten sich Frankreich (3,39 %, plus 0,22 Prozentpunkte) respektive Deutschland (3,21 %, minus 1,03 Prozentpunkte). Abgeschlossen werden die Top 10 von der Türkei mit einem Wert von 2,29 Prozent.

https://de.securelist.com/analysis/kaspersky-security-bulletin/72383/kaspersky-security-bulletin-spam-and-phishing-in-2016/

USA: DMCA zu Recht in der Diskussion

Im Rahmen der aktuellen Diskussion um die amerikanischen Haftungsregeln für fremde Inhalte (DMCA) hat die Musikwirtschaft das Copyright Office darum gebeten, die Regeln zu verbessern:
https://www.riaa.com/major-music-organizations-decry-broken-dmca-outline-possible-solutions-new-government-filing/

In Anbetracht der Tatsache, dass ein Richter des Federal Court in California anscheinend auch das Hosting einer Piraterieseite für legal hält, erscheint eine Änderung wahrlich angebracht.
https://torrentfreak.com/court-hosting-a-pirate-site-doesnt-equal-copyright-infringement-170221/

GB: Vorerst läppische Selbstverpflichtung statt Gesetz

Um eine gesetzliche Regelung zu vermeiden, wollen Google und Microsoft in Zukunft die Angabe von Suchergebnissen etwas verändern. Suchergebnisse zu Seiten, die öfter Urheberrechtsverletzungen verbreiten, sollen nicht mehr auf der ersten Seite der Suchergebnisse angezeigt werden.

Die Verpflichtung gilt nur für Großbritannien und wohl nur für die übliche Suche bei der die ersten 10 Suchergebnisse auf der ersten Seite angezeigt werden.
Zudem wird das Auto-Vervollständigung eingeschränkt.

Das Intellectual Property Office (IPO) soll im Sommer die Ergebnisse der Maßnahmen bewerten. Dann soll entschieden werden, ob es doch eine gesetzliche Regelung geben wird.
Rechteinhaber scheinen an der Verpflichtung beteilgt gewesen zu sein.

http://www.telegraph.co.uk/technology/2017/02/20/google-microsoft-agree-anti-piracy-code-crackdown-illegal-downloads/