USA: Warnhinweise werden beendet

Nach einer kurzen Meldung des „Center for Copyright Information“ wird das US-amerikanische Warnhinweismodell (Copyright Alert System) beendet:

“After four years of extensive consumer education and engagement, the Copyright Alert System will conclude its work. The program demonstrated that real progress is possible when content creators, Internet innovators and consumer advocates come together in a collaborative and consensus-driven process. CAS succeeded in educating many people about the availability of legal content, as well as about issues associated with online infringement. We want to thank everyone who put in the hard work to develop this program and make it a success, including past and present members of our Advisory Board. While this particular program is ending, the parties remain committed to voluntary and cooperative efforts to address these issues.”

http://www.copyrightinformation.org/statement/statement-on-the-copyright-alert-system/

Ransomware: Oft Lösegeld ohne Grund

Im Rahmen einer britischen Studie wurde festgestellt, dass viele Firmen bei Ransomware Lösegeld für Daten bezahlen, die gar nicht verschlüsselt sind.
Laut der Studie sind bereits 39 Prozent der Unternehmen Opfer von Fake- bzw. Bluff-Ransomware geworden. 61 Prozent der Opfer von Fake-Ransomware haben bezahlt, obwohl dies nicht nötig gewesen wäre, da bei Fake-Ransomware die Daten nicht verschlüsselt werden.
Bei Fake-Ransomware werden Dateien auf andere Art und Weise „unsichtbar“, z.B. durch Änderungen von Dateiendungen oder Laufwerknamen. Manchmal wird auch bloß das Windows-Hintergrundbild geändert, um die Erpresserbotschaft anzuzeigen.

Das durchschnittlich bezahlte Lösegeld betrug 13.412,29 britische Pfund (15.754,09 Euro).

https://futurezone.at/digital-life/ransomware-firmen-zahlen-obwohl-daten-nicht-verschluesselt-sind/243.041.130

Bayern: Streaming-Plattform geschlossen (inkl. Nachtrag)

Die illegale Streaming-Plattform MyStreamz.cc wurde gestern vom Bayerischen Landeskriminalamt beschlagnahmt. Dort wird nur noch die Grafik des BLKA angezeigt.
Dort waren seit einigen Wochen Streams von Bezahlsendern angezeigt worden, wenn man monatlich 8 Euro (Bitcoin) oder 10 Euro (paysafe card) bezahlte.

https://tarnkappe.info/mystreamz-cc-wurde-hochgenommen/

Nachtrag – offizielle Pressemeldung der bayerischen Polizei:

ZCB sperrt Streaming-Plattformen

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg führt mit dem Bayerischen Landeskriminalamt umfangreiche Ermittlungen gegen die Betreiber der illegalen Streaming-Plattformen stream4k.net und mystreamz.cc.

In diesem Zusammenhang kam es am 23.01.2017 zur Festnahme eines 25-jährigen Informatikers und zur Durchsuchung zweier Wohnungen in Köln. Bereits im Laufe des Jahres 2016 wurden im Rahmen der Ermittlungen elf Wohnungen durchsucht und zwei Unterstützer festgenommen. Die Erkenntnisse aus diesen Maßnahmen sowie umfangreiche Finanz- und Internetermittlungen führten letztlich zu dem geständigen Haupttäter.

Dieser hatte das Sendesignal eines im Raum München ansässigen Pay-TV-Anbieters über das Internet verbreitet und von den Nutzern hierfür monatliche Gebühren verlangt. Mit ca. 3.000 Nutzern handelte es sich zeitweise um eines der größten deutschsprachigen Angebote dieser Art. Durch den Betrieb dieses Streaming-Dienstes beging die Gruppierung rund um den 25-jährigen gewerbsmäßige Straftaten nach dem Urheberrechtsgesetz sowie zahlreiche weitere Straftaten.
Die von den Tätern betriebene Streaming-Plattform (www.mystreamz.cc) wurde abgeschaltet. Bargeld und Bitcoins in fünfstelliger Höhe konnte sichergestellt werden. Die von den Nutzern geleistete Vorkasse ist für diese verloren.

Die weiteren Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und des Bayerischen Landeskriminalamts dauern an.

Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle Cybercrime Bayern. Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten der bayerischen Polizei z.B. bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität. Auch dann, wenn ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich der Computer- und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der Zentralstelle tätig.

http://www.justiz.bayern.de/sta/staolg/ba/presse/archiv/2017/05596/index.php

Frankreich: Wichtige Piraterie-Streamingseite geschlossen

Die französische Polizei hat in der letzten Woche die beliebte Piraterie-Streamingseite films-regarder.co geschlossen und den Betreiber verhaftet.
Man vermutet, dass die Seite mit über einer Million Besucher je Monat einen Schaden von bis 30 Mio. Euro verursacht hat. Die Einnahmen lagen bei 200.000 € in 18 Monaten.

https://torrentfreak.com/french-police-shut-down-pirate-streaming-site-arrest-operator-170123/

Österreichs Presserat kritisiert Facebook

Da Facebook ein Gewaltvideo erst nach mehreren Tagen gelöscht hat, wurde Facebook nun vom Österreichischen Presserat scharf kritisiert. Das Video, in dem eine 15-jährige Wienerin verprügelt wird, konnte trotz mehrfacher Beschwerden über drei Millionen Mal angesehen werden.
Der Presserat kritisiert aber auch all die Medien, die das Gewaltvideo oder Bilder daraus veröffentlicht hatten.

https://futurezone.at/digital-life/presserat-ruegt-facebook-wegen-gewaltvideo/242.104.475

BGH bestätigt Urteil zu kino.to und kinox.to

Mit der Ablehnung der Revision hat der BGH ein Urteil des Landgericht Leipzigs bestätigt.
Das Gericht hatte einen 29-Jährigen Angeklagten unter anderem wegen gewerbsmäßiger unerlaubter Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken (Fall „kinox.to“) und wegen Beihilfe hierzu (Fall „kino.to“) sowie wegen (Beihilfe zur) Computersabotage zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt sowie Verfalls- und Einziehungsentscheidungen getroffen.

Nach den Feststellungen des Landgerichts unterstützte der Angeklagte in den Jahren 2009 bis 2011 den Betrieb der in Deutschland führenden illegalen Internet-Plattform „kino.to“, die kostenlos Links zu Raubkopien von Kinofilmen und TV-Serien zum Herunterladen (Download) bzw. zum Ansehen im Internet (Streaming) anbot. Nachdem „kino.to“ im Zuge strafrechtlicher Ermittlungen abgeschaltet worden war, baute der Angeklagte das Nachfolgeportal „kinox.to“ auf und betrieb dieses zusammen mit anderen.
Zudem sabotierte er unter Einsatz seiner IT-Kenntnisse und Erfahrungen als Computer-Hacker den Betrieb zweier ebenfalls illegaler, konkurrierender Videostreaming-Plattformen, bzw.  unterstützte die Beeinträchtigung des Betriebs der Konkurrenz-Plattformen.

[Beschluss vom 11. Januar 2017 – 5 StR 164/16]

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2017&Sort=3&nr=77156&pos=0&anz=7

Vgl. auch:
https://tarnkappe.info/mitbetreiber-der-illegalen-plattform-kinox-to-verurteilt/

OLG München: Eher kein Schadensersatz durch Sharehoster

In der Berufungsverfahren zum Urteil des LG München, in dem Uploaded zu Schadensersatz wegen fortwährender Urheberrechtsverletzungen verurteilt wurde, haben die Richter des OLG verkündet, dass sie nach bisherigem Stand der Verhandlung keinen Anspruch auf Schadensersatz sehen.
Ein Urteil ist erst in mehreren Wochen zu erwarten.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Oberlandesgericht-Sharehoster-nicht-schadenersatzpflichtig-3603154.html

Zur Vorinstanz, vgl.:
http://www.webschauder.de/landgericht-muenchen-verurteilt-uploaded-erneut-zu-schadensersatz/