Großbritannien: Neue Zahlen zur illegalen Nutzung

Das britische Intellectual Property Office (IPO) hat eine neue Studie vorgelegt, aus der einige Kennziffern zur Nutzung illegaler Inhalte zu entnehmen sind. Aus der Zusammenfassung:

  • 15% der UK-Internetnutzer ab 12 Jahren haben in den Monaten März bis Mai mindestens einen Artikel illegal bezogen. Wenn man nur die Internet-Nutzer berücksichtigt, die auch Medieninhalte beziehen, haben sogar 25 % mindestens einen Artikel illegal bezogen.
  • 5% aller Internetnutzer, beziehen Medieninhalte nur aus illegalen Quellen.
  • In den drei Monaten wurden 78 Millionen Music Tracks illegal bezogen.
  • Hauptgrund für den Bezug illegaler Inhalte: kostenlos (49%); gefolgt von bequem (45%) und schnell (42%).

“Online Copyright Infringement Tracker – Latest wave of research Mar 16 – May 16 – Overview and key findings” von Kantar Media im Auftrag des Intellectual Property Office
https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/534571/OCI-tracker-6th-wave-March-May-2016.pdf

Umfrage zu Missbrauchsdarstellungen im Netz

„Innocence in Danger“ führt zusammen mit dem „Canadian Centre for Child Protection“ eine Onlinebefragung zu den Auswirkungen der Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen durch. Die Umfrage richtet sich an direkt Betroffene deren Erfahrungen eine wichtige Grundlage bilden, um zu begreifen welche Auswirkungen die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen hat und wie eine bessere und verständnisvollere Unterstützung für Betroffene gelingen kann.
Zur Befragung geht es hier:
http://innocenceindanger.us8.list-manage.com/track/click?u=5567c0d50994b9b1eab7c293c&id=bee29febac&e=891068b26d

IoD-Umfrage

Großbritannien: Altersverifikation = Zensur?

Im Rahmen der Digital Economy Bill will die britische Regierung dafür sorgen, dass britische Pornoseiten nur noch mit Altersverifikation besucht werden können.
Was macht die Netzgemeinde: Sie befürchtet Datenschutzprobleme, gläserne Internetnutzer und Zensur.

https://www.theguardian.com/culture/2015/may/26/pornography-industry-user-id-checks-adult-websites-privacy

https://netzpolitik.org/2016/digital-economy-bill-britischen-internetanbietern-und-porno-webseiten-drohen-strafen/

Grenzen der Content-ID

Voxindie beschreibt ausführlich die mangelnde Effektivität von YouTubes Content-ID. Leicht veränderte Filme werden von ihr schon nicht gefunden, obwohl entsprechende Technologien existieren (Zusatz des Verfassers: Alleine der Einsatz von Wortfiltern würde solche Raubkopien deutlich einschränken).

Während die Filmwirtschaft den Schaden hat, verdienen Uploader und YouTube an den Raubkopien. Bei der Überprüfung wurde mehrfach festgestellt, dass vor den Raubkopien auch noch bezahlte Filmwerbung angezeigt wurde, so zu „Trolls“ von DreamWork und „Jason Bourne“ von Warner. So wird der Gewinn des Täters noch vom Opfer gezahlt.

“YouTube’s Content ID Easily Fooled” unter
http://voxindie.org/youtubes-content-id-easily-fooled/

ICANN will weiterhin illegale Seiten dulden

Torrenfreak berichtet über die letzten Streitigkeiten und Briefe zwischen Rechteinhabern und der Internetregistrierungsstelle ICANN. Im Endeffekt weigert ICANN sich dafür zu sorgen, illegale Seiten abzuschalten. Man sähe sich nicht in der Lage den Richter zu spielen.
Dass viele dieser Rechtsverstöße offensichtlich sind, wird dabei natürlich nicht berücksichtigt.

https://torrentfreak.com/icann-we-wont-pass-judgment-on-pirate-sites-160702/

EU-Maßnahmen gegen Terorrismus

EU-Justizkommissarin Vera Jourova will Terroristen von ihren Finanzquellen abschneiden. Deshalb plant die Kommission:
– Der Umtausch der Internetwährung Bitcoins in echtes Geld soll nicht länger anonym bleiben.
– Prepaid-Karten zum bargeldlosen Bezahlen ohne Identifikation sollen nur noch bis zu 150 Euro aufgeladen werden können, statt wie bisher bis zu 250 Euro.

Im Rahmen der neue EU-Richtlinie zur Terrorismus-Bekämpfung, die am Montag vom EU-Innenausschuss (LIBE) abgesegnet wurde, regt die EU Mitgliedstaaten dazu an, terroristische Online-Propaganda aus dem Netz zu entfernen oder den Zugang zu diesen Inhalten zu blockieren. Neben Selbstverpflichtungen der Diensteanbieter sind auch staatliche, sanktionsbewehrte Anordnungen vorgesehen.

http://futurezone.at/netzpolitik/eu-kommission-bitcoins-sollen-nicht-mehr-anonym-sein/207.950.717

http://futurezone.at/netzpolitik/eu-terrorismusrichtline-mit-netzsperren-auf-schiene/207.966.613

Google speichert, wann Sie mit wem telefonieren

Google lässt sich in seiner Datenschutzerklärung das Recht einräumen, Daten zu Telefonaten und SMS-Versendungen zu speichern. Die Google Vorratsdatenspeicherung erfolgt nach Angaben von Google aber nur, wenn Sie auch GoogleApps oder Google-Dienste nutzen.
De facto also bei wohl fast jedem Android-Gerät.

http://www.golem.de/news/ueberwachung-google-sammelt-gespraechsprotokolle-von-android-geraeten-1606-121856.html

Beschwerde

Über 1000 Musiker aus 28 Nationen haben sich bei der EU-Kommission beschwert, dass Dienste wie YouTube mit Gratis-Angeboten auf unfaire Weise Musik ausnutzen und die nächste Generation der Kreativschaffenden in ihrer ganzen Vielfalt bedrohen. Zu den Unterzeichnern gehören: Coldplay, Lady Gaga, Ed Sheeran, Udo Lindenberg und Adel Tawil.
Den Grund der Misere sehen sie in den im EU-Recht bestehenden Haftungsfreistellungen für Provider. Diese gehöre im Rahmen der Reform des Urheberrechts auf europäischer Ebene nun geändert.

http://docs.dpaq.de/11013-youtubeartistletter.pdf

Facebook: Rechtemanager

Facebook ermöglicht es mit einem neuen Tool, dem „Rights Manager“, kopierte Videos zu finden. Dazu kann der Rechteinhaber das Video zur Erstellung einer Referenzdatei auf eine Plattform hochladen und Regeln für den Umgang mit dem Video festlegen.
Bei entdeckten unerlaubten Kopien kann er sich informieren lassen.

https://rightsmanager.fb.com/

http://www.internetworld.de/social-media/facebook/neues-facebook-tool-rights-manager-kopierte-videos-aufspueren-1109850.html

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