USA: Cloudflare verliert vor Bundesgericht

Die RIAA hatte Cloudflare aufgefordert, den Zugriff zu der gerichtlich verbotenen Piraterieseite MP3Skull zu blocken, die über das Content Delivery Network Cloudflare ausgeliefert wurde. Cloudflare lehnte dies mit Verweis auf die DMCA-Regeln ab und erlitt nun vor dem Bundesgericht in Florida eine Schlappe. Die Richter gehen davon aus, dass Cloudflare in dem konkreten Fall Kenntnis von den Urheberrechtsverletzungen hatte und sich somit nicht mehr auf die DMCA-Regeln berufen kann.

https://torrentfreak.com/dmca-doesnt-shield-cloudflare-from-anti-piracy-injunctions-court-rules-170328/

Mal wieder Facebook: Werbung von Neonazi und verbotener Moscheeverein

Der österreichische Holocaust-Leugner Gerd Honsik wirbt auf Facebook für seine Webseite. Facebook, welches die Werbung als „vorgeschlagener Beitrag“ ausspielt, sieht darin kein ethisches Problem.

Zudem kommt Facebook offenbar seit Wochen einer Aufforderung der Berliner Innenverwaltung nicht nach, den Internetauftritt des verbotenen Moschee-Vereins „Fussilet 33“ zu löschen.

https://futurezone.at/digital-life/werbung-von-neonazi-ist-fuer-facebook-kein-problem/255.086.333

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/verbotener-moschee-verein-facebook-loescht-fussilet-seite-nicht-14947108.html

Fotografenverband klagt gegen Google-Bildersuche

Der Berufsverband Freelens verklagt Google vor dem Landgericht Hamburg, da Google mit der Anzeige großformatiger Bilder in der Bildersuche die Urheberrechte der Fotografen verletzt. Nach Auffassung von Freelens hat Google mit der großformatigen Anzeige den vom BGH gesetzten Spielraum überschritten.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Fotografenverband-Freelens-klagt-gegen-Google-Bildersuche-3671014.html

Wenn Janus der zweite Vorname ist

Donald Trumps US Wahlsieg im Jahr 2016 geschah mit reichlich Getöse. Zu den lautesten Geräuschemachern gehörte das Portal Breitbart, dessen Chef Bannon mittlerweile einflussreicher Berater des amerikanischen Präsidenten geworden ist. Nicht jedem schmeckte der rechte Meinungsbrei von Breitbart. Allen voran entschied sich der Frühstücksflocken Hersteller Kellogg’s dazu, seine Werbung von der Breitbart Seite zu entfernen. Das brachte dem Unternehmen den Zorn der Breitbart Verantwortlichen ein, die ihrerseits zum Boykott von Kellogg’s aufriefen. Mittlerweile sollen es einige Hundert Unternehmen sein, die die eigene Werbung nicht auf der Breitbart Seite sehen wollen. Die Aktion schwappte natürlich auch nach Deutschland über, wo der Werbefachmann Gerald Hensel über seinen mittlerweile nicht mehr erreichbaren Blog Davaidavai zu einem ähnlichen Boykott aufrief und verschiedene in erster Linie rechte Blogs und Seiten nannte, die er gern vom Geldfluss durch Werbungabschneiden möchte. Die Werber sorgen sich also.

Zweierlei Maß
Offenbar messen die Werber und die Werbenden aber mit unterschiedlichen Maß. Denn an anderer Stelle stört es sie ganz und gar nicht, dass Werbebanner auf dubiosen oder eindeutig rechtsverletzenden Seiten erscheinen. Kaum ein illegales Filmportal auf denen einem Betrachter nicht nur Spielcasinos, Wettanbieter oder auch Browsergames deutscher Anbieter wie Innogames, Upjers, Gameforge, Goodgame Studios (allesamt Mitglieder des Verbandes BIU) entgegenlachen sondern auch Markenwerbung. Wenn Janus der zweite Vorname ist weiterlesen

Antisemitische Kommentare alle 83 Sekunden

Laut einer Studie des Jüdischen Weltkongresses (WJC) wird alle 83 Sekunden ein antisemitischer Kommentar im Internet veröffentlicht. Insgesamt wurden 2016 bei Twitter, Facebook, YouTube, Instagram, in Blogs und anderen sozialen Medien mehr als 382.000 antisemitische Kommentare veröffentlicht. 63 Prozent davon bei Twitter.

https://futurezone.at/digital-life/alle-83-sekunden-erscheint-antisemitisches-online-posting/254.110.987

„Die Google-Dämmerung“ oder „Wenn Anderen ein Licht aufgeht“

Unter den Eindrücken des jüngsten Anschlags in London im März 2016 nimmt plötzlich die Diskussion um die Verantwortlichkeiten von Werbenetzwerken im Internet drastisch zu.

Was war genau passiert?

Hassrede und extreme Propaganda sind selbstverständlich ein Teil unserer Realität und somit auch auf zahlreichen Seiten im Internet auffindbar. Das war auch Journalisten des Guardian aufgefallen. Allerdings wunderte sich der Guardian, warum es Webseiten und Youtube Kanäle gibt, die trotz eindeutig radikaler, rassistischer, antisemitischer und extremistischer Inhalte fleißig mit Werbung durch den Giganten Google bespielt werden, Google also den Betreibern/Verfassern zu Geld verhilft. Der Guardian zog für sich die Konsequenz und stellte die Zusammenarbeit mit Google in Sachen Werbung ein, weil man offenbar verhindern wollte, dass Guardian Werbung auf solchen dubiosen Seiten oder Kanälen erscheint. Man war sich beim Guardian durchaus bewusst, dass das auch negative Auswirkungen auf die Besucherströme der eigenen Webseite haben kann und wird.

Auf diese erste eher kleine Notiz folgten allerdings weitere Marktteilnehmer und Werbende, die es dem Guardian nachtaten. Havas, ein französisches Marketingunternehmen, welches allein £ 175 Millionen im Jahr an Werbegeldern von Kunden aus dem Vereinigten Königreich verwaltet, ging den gleichen Schritt. „Die Google-Dämmerung“ oder „Wenn Anderen ein Licht aufgeht“ weiterlesen

USA: Trecker-Hack

Traktorenhersteller John Deere hat seine Traktoren mit einer Software ausgerüstet, die John Deere erhebliche Eingriffe in die verkauften Traktoren ermöglicht. Dies nutzt das Unternehmen u.a.  um das alleinige Recht auf Reparatur durchzusetzen.

Wenn ein US-Landwirt seinen neuen John-Deere-Traktor reparieren will, muss die Reparatur kostenpflichtig von einem Mitarbeiter des Herstellers erlaubt werden, ansonsten sorgt die Software dafür, dass der Trecker sich nicht mehr bewegt.

Farmer setzen deshalb immer öfter eine in der Ukraine gecrackte Fahrzeugsoftware ein, damit sie wieder alleine über ihren Trecker bestimmen können.

https://futurezone.at/digital-life/us-farmer-hacken-vermehrt-ihre-eigenen-traktoren/253.677.084

Nun auch Google-Boykott in den USA

Der Streit um Werbung auf extremistischen YouTube-Videos hat nun auch dazu geführt, dass in den USA erste Unternehmen Google boykottieren. Nach Angaben von USA Today gilt dies u.a. für AT&T, Verizon sowie Johnson & Johnson.

Googles halbherzige Maßnahmen und Versprechen scheinen zumindest bis jetzt noch nicht zu greifen.

http://www.usatoday.com/story/tech/news/2017/03/22/att-pulls-google-youtube-ads-over-offensive-content/99497194/

https://www.golem.de/news/neue-richtlinien-google-will-werber-besser-vor-hass-webseiten-schuetzen-1703-126856.html

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