USA: Rechteinhaber verklagt Cloudflare und Juicy Ads

ALS Scan, ein amerikanischer Anbieter von Erwachsenunterhaltung, hat bei einem Gericht in Kalifornien eine Klage auf Schadenersatz gegen das Content Delivery Network Cloudflare und das Werbenetzwerk Juicy Ads eingereicht.
Obwohl beide mehrfach über entsprechende Rechtsverstöße informiert wurden, weigerten sie sich die Zusammenarbeit mit Piraterieseiten, auf denen Inhalte von ALS unerlaubt verbreitet werden, einzustellen.
Juicy Ads soll die Zusammenarbeit mit den Piraterieseiten inzwischen eingestellt haben, CloudFlare scheint weiter für die Piraterieseiten zu arbeiten.

https://torrentfreak.com/cloudflare-faces-lawsuit-for-assisting-pirate-sites-160823/

Hetze im Netz: Facebook und VK

Zwei aktuelle Artikel beleuchten die Hetzte im Netz: Der Tagesspiegel berichtet aus geschlossenen Gruppen bei Facebook und die Welt über die russische Plattform VK, inzwischen ein beliebter Ort um weiterzuhetzen, wenn man bei Facebook einmal rausgeschmissen werden sollte:

Geheime Gruppen auf Facebook – Wo Rechtsextreme ungestört zum Mord aufrufen
http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/geheime-gruppen-auf-facebook-wo-rechtsextreme-ungestoert-zum-mord-aufrufen/14008436.html

Das (a)soziale Netzwerk der Hetzer – Auf der russischen Plattform VK tummeln sich Nazis und Islam-Hasser
http://www.welt.de/print/welt_kompakt/article157790876/Das-a-soziale-Netzwerk-der-Hetzer.html

98 Fakten, die Facebook für die Werbung nutzt

Die Washington Post hat zusammengestellt, welche Daten Facebook in der Regel von seinen Nutzern hat und der Werbeindustrie anbietet, darunter:
– Alter
– Bildungsniveau
– ethnische Zugehörigkeit
– Einkommen und Eigenkapital
– Hausgröße in Quadratmeter

https://www.washingtonpost.com/news/the-intersect/wp/2016/08/19/98-personal-data-points-that-facebook-uses-to-target-ads-to-you/

https://netzpolitik.org/2016/98-daten-die-facebook-ueber-dich-weiss-und-nutzt-um-werbung-auf-dich-zuzuschneiden/

Cycling on the Autobahn?

Would you cycle on a busy motorway? Probably not – and in most jurisdictions, you would promptly be arrested if you did. What does this have to do with the Internet? Quite a lot, actually. Road traffic rules and regulations are a prime example of rules which have adapted to changed circumstances over time.

“Euro Perspective on Outdated DMCA: Cycling on the Autobahn”

https://thetrichordist.com/2016/08/17/euro-perspective-on-outdated-dmca-cycling-on-the-autobahn/

Internet- oder Telekommunikationsdienst – EU prüft Regulierung

Die EU-Kommission überlegt, inwieweit sich Internet-Dienste, die Telefongespräche und Nachrichtenversand ermöglichen (Skype, WhatsApp…), sich künftig an „Sicherheits- und Vertraulichkeitsauflagen“ der EU halten müssen.
Letztendlich geht es um die Zuordnung Internet- oder Telekommunikationsdienst.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/telekom-regulierung-eu-will-whatsapp-und-skype-auf-die-finger-schauen/14012748.html

Landgericht München verurteilt Uploaded erneut zu Schadensersatz

Das Landgericht München I hat am 10. August 2016 (AZ 21 O 6197/14) verkündet, dass Onlinedienste, deren Geschäftsmodelle auf der massenhaften Verletzung von Urheberrechten basieren, schadensersatzpflichtig sind.
Das Urteil im Verfahren der GEMA gegen den Sharehoster Uploaded stellt fest, dass ein Sharehoster schadensersatzpflichtig ist, wenn dieser das Hochladen und die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten nicht unterbindet.

„Das Landgericht München hat im Sinne unserer Mitglieder entschieden. Das Urteil bestätigt, dass Sharehoster eine maßgebliche Rolle bei der Verbreitung der Musikpiraterie spielen“, begrüßt Dr. Tobias Holzmüller, Justiziar der GEMA, die Entscheidung in der GEMA-Pressemeldung. „Bislang wurden Onlinedienstleister nur dazu verpflichtet, rechtsverletzende Inhalte von ihrer Plattform zu entfernen. Indem die Richter den Sharehoster Uploaded für schadensersatzpflichtig erklären, erhalten Komponisten, Textdichter und Musikverleger zumindest einen kleinen Ausgleich für die massenhaft verübten Rechtsverletzungen an ihren Werken.“

Eine ähnliche Entscheidung gab im April der Börsenverein bekannt.
[LG München I, Urteil vom 10. August 2016, Az. 21 O 6197/14 – noch nicht rechtskräftig]

https://www.gema.de/aktuelles/urheber_gegen_musikpiraterie_landgericht_muenchen_verurteilt_onlinedienst_uploaded_zu_schadensersat/

http://www.webschauder.de/lg-muenchen-schadensersatz-vom-sharehoster-haftung-als-gehilfe/

Datenbankauszug ermöglicht Einsicht in einen Pirateriehoster

Tarnkappe berichtet über eine anonym zugespielten Datenbank des Share- und Videohosters HDStream.to:

Von fast 50.000 Kunden liegen die E-Mail-Adressen vor. 50% der Kunden sind deutschsprachig, 40% englischsprachig, keineswegs alle zahlen für die Nutzung.

Während die Umsatzangaben nicht eindeutig sind – der Gastautor vermutet 120.000 € seit 2014 – wurden nur 1.300 € an vier Uploader ausgezahlt. Wer die anderen Uploads getätigt hat bleibt offen. Man hat auch Inhalte gefunden, die aus Tauschbörsen stammen.
Die Datenbank gibt zudem Auskunft über die angebotenen Inhalte die bei HDStream lagern. Neben Filmen, 100.000 Musiktiteln auch 1.000 Titel mit in Deutschland verbotener Pornografie (Zoophilie).

Zudem liegt der E-Mailverkehr vor. Darunter Löschbegehren einer Pornodarstellerin, welche sich aber als nicht nachhaltig erwiesen haben. Ihre Produkte sind immer noch bei HDStream zu finden. In einer anonymen Mail werden Dienste zur Verschleierung der Geschäftsinhaber angepriesen. Andere versuchen Werbedeals zu vereinbaren, so zum Beispiel das Werbenetzwerk wwwpromotor, die sich zudem einer Zusammenarbeit mit anderen Piraterieseiten rühmen.

https://tarnkappe.info/inside-hdstream-to-no-copyright-rocks/

Bitcoin – Bankraub zu Lasten der Kunden

In dieser Woche wurde bei Bitfinex insgesamt 119.756 Bitcoin gestohlen, dies entspricht 58 Mio. Euro. Geschädigt sind die Anleger von deren Konto die Bitcoins entwendet wurden; Einlagensicherung gibt es bei Bitcoin nicht.
Zudem sank der Bitcoin-Wechselkurs deutlich.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/bitcoin-diebstahl-sorgt-fuer-kurseinbruch-14370160.html

http://www.gulli.com/news/27737-61-millionen-dollar-in-bitcoin-aus-boerse-gestohlen-2016-08-03

Nachtrag 10.8.2016:
Bitfinex teilte mit, dass der Verlust auf alle Kunden umgelegt werden soll. Jeder Nutzer soll 36 Prozent seiner Einlagen verlieren – unabhängig davon, ob das eigene Konto vom Diebstahl betroffen war oder nicht.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bitcoin-boerse-bitfinex-kunden-verlieren-36-prozent-ihrer-einlagen-a-1106583.html

LG Hamburg zum Inlandsbezug bei urheberrechtswidrigen Webseiten

Nach Ansicht des LG Hamburg reicht es nicht, wenn eine amerikanische Seite, die unerlaubt Fotos nutzt, sich auch an deutsche Nutzer richtet. Wenn die Seiten nur in ausländischen Sprachen geschrieben sind liegt kein Inlandsbezug vor.

[LG Hamburg, Urt. v. 17.06.2016 – Az.: 308 O 161/13]

http://www.online-und-recht.de/urteile/Kein-ausreichender-Inlandsbezug-bei-DE-Domains-mit-Inhalten-in-nicht-deutscher-Sprache-Landgericht-Hamburg-20160617/

Verherrlichung von Amokläufen im Netz

Wie in Spielechats bei Steam und in YouTube-Videos Amokläufe verherrlicht werden und welche Auswirkungen dies hat zeigen zwei Artikel anhand von Beispielen:

The Huffington Post: „Die kranke Welt der Amokfans: So gefährlich sind Killerspiele-Chats“
http://www.huffingtonpost.de/2016/07/29/ok-killerspiele-gefahr-psychologen-chats-_n_11261074.html

FAZ: „Wie Schüler andere Schüler abknallen“
http://www.faz.net/aktuell/politik/wie-amoklaeufe-im-internet-glorifiziert-werden-14364903.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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